Trotz winterlicher Kälte hatte sich am Samstagabend ein grosses, erwartungsvolles Publikum im weiten Raum der St. Klemenzkirche in Bettlach eingefunden. Gerne wollte man wieder einmal den «Idyllen» lauschen, mit denen der greise Joseph Haydn vor mehr als 200 Jahren die Entstehung der «Welt» in berührenden Bildern geschildert hat.

Glänzend vorbereitet

Eingeladen hatte der ambitionierte Konzertchor Leberberg mit seinem initiativen, unermüdlichen Leiter Markus Oberholzer, der bei der Aufführung einmal mehr all seine reichen Erfahrungen als Sänger, wie als Dirigent einsetzen konnte. So erlebten die Zuhörer eine Wiedergabe fern jeder Sentimentalität, zügig durch die Schöpfungstage vorwärtsschreitend.

Glänzend vorbereitet wie immer der Konzertchor Leberberg. Der sorgfältige Stimmbildner Oberholzer hatte wieder einmal ganze Arbeit geleistet: klangschöne, ausgeglichene Chorstimmen überzeugten in allen Stimmlagen, vorbildlich in Artikulation und Intonation, präzis bei den Einsätzen und von schönster Transparenz in den fugierten Teilen. So wurden all die Chorstellen vom lichtvollen C-Dur-Klang bei der Lichtwerdung bis zum machtvollen Schlusschor, wie in den grossen Chören, mit denen Haydn die einzelnen Schöpfungstage jeweils abschliesst – in der reichen dynamischen Ausgestaltung durch den Dirigenten – zu klangprächtigen, ergreifenden Höhepunkten.

Kompakter Orchesterklang

Für die farbenreichen Orchesterstellen konnte Markus Oberholzer, wie schon seit einigen Jahren, auf die erfreuliche Zusammenarbeit mit der Kammerphilharmonie Europa zählen. Kompakte, homogene Streicherklänge und ganz hervorragende farbenreiche Bläserstimmen – wobei sich vor allem die Soloflöte und die Oboe mit ihren Soli besonders auszeichneten – prägten das Musizieren diese Ensembles, in dem sich Musiker aus 18 Nationen zusammengefunden haben.

Famoser Gesamteindruck

Auch die drei Solisten konnten mit ihren Stimmen zum famosen Gesamteindruck beitragen. Der leuchtende, bewegliche Sopran von Carmela Konrad, der vor allem in den Arien «Nun beut die Flur das frische Grün» und «Auf starkem Fittich schwingt sich der Adler» wunderschöne, virtuose Glanzlichter aufsetzen konnte; die sorgfältig geführte und vorbildlich artikulierende Tenorstimme von Reto Hofstetter gefiel vor allem in den spannend gestalteten – vom Orchester ideal unterstützten – Rezitativen «Und Gott machte das Firmament» und «In vollem Glanze steiget jetzt die Sonne strahlend auf». Dem hellen Bass von Thomas Gropper mangelte für die Gestaltung des Raphael etwas die profunde Tiefe, hingegen überzeugte er im dritten Teil als Adam im schönsten Zusammenklang mit der berückend singenden Eva. So durften sich die vielen Sängerinnen und Sänger, die Solisten und das Orchester mit dem engagierten Leiter Markus Oberholzer über den herzlichen Beifall eines dankbaren Publikums freuen, das wieder einmal Haydns Meisterwerk in einer vorbildlichen Wiedergabe erlebt hatte.