Wenn die aberhunderten von Chürbis- und Räbeliechtli durch die Dunkelheit blitzen und langsam näher kommen, fühlt man sich in die Kindheit zurückversetzt, in Zeiten voller Unbeschwertheit, spontaner Freude, in denen ein Lichtlein in der Nacht einem noch vorkam wie ein kleiner Zauber, bestauenswert, wunderbar.

Gestern mit dem traditionellen Lichterumzug erzeugte die Gränchner Chürbisnacht diese Gefühle bestimmt bei vielen der unzähligen Besucherinnen und Besucher. Aber nicht allein deshalb ist der Anlass jedes Jahr einen Abstecher wert. Der Marktplatz zeigte sich von seiner besten Seite, der Herbst von seiner schönsten. Oder wie ein Besucher zu seiner Frau meinte: «D'Stimmig isch sofort ganz angersch - das isch scho verrekt.»

Cervelat bräteln am Zytplatz

Eltern und Kinder konnten sich auf dem Zytplatz die Cervelat an der (fast) authentischen Waldfeuerstelle gleich selber bräteln, weiter oben auf dem Marktplatz gab es Leckerbissen aller Art, kulinarische, oder solche aus der Handwerkskunst und Kultur. So unterhielt die peruanische Gruppe «Palisandro» mit rhythmischen Klängen, dann die Jugendmusik Biel und schliesslich auch die Stadtmusik Grenchen. Hier schmeichelte einem der süsse Duft von Glühwein durch die Nase, dort der hungermachende Duft von Wurst und Hamburger der hiesigen Metzger. Prächtig geschnitzte und verzierte Kürbisse waren sowohl an den Marktständen wie auch auf der Platzmitte zu bewundern, wo das Lichterspektakel von den Klängen der Drehorgelspieler begleitet wurde. So schön, dass kleine Kinder eifrig rumhüpften - symbolisch für die Freude und die gute Laune.

Alle Beteiligten sind wichtig

Die 15. Austragung war für die Organisatoren besonders. Barbara Pestalozzi Kohler vom Standortmarketing, Kultur und Sport dankte nicht allein den langjährigen OK-Mitgliedern, sondern auch den Wagenbauern, dem Vizestadtpräsidenten Hubert Bläsi für dessen Erscheinen und den unzähligen wertvollen Helferinnen und Helfern. «Ihr seid Gold wert», erklärte Pestalozzi Kohler.

60 Marktstände, mehr als 1000 Räbe- und Chürbisliechtli, die schönen Holzplaketten, ein Wettbewerb mit tollen Preisen und ein grosses, aufgekratztes Publikum, das sind Werte, die für sich sprechen. Zum Jubiläum wurde von Schülern extra ein riesiger Metallkürbis von zirka 3 Metern Durchmesser gebaut. Die Lichterwagen begeisterten mit so passenden Sujets wie Mani Matter. Selbst die Erfinderin des Chürbisnacht-Lieds, Franziska Wyss, hatte sich zur Jubiläumsausgabe dem Publikum präsentiert: Sie hat das Lied vor 15 Jahren getextet und komponiert. «Es ist wunderbar, dass es noch immer gesungen wird», freute sie sich. Aber nicht nur sie freute sich gestern, sondern auch all die vielen Männer, Frauen und Kinder.