Die Zeiten mit dem glamourösen VIP-Zelt sind im Grenchner Stadion Brühl wohl definitiv vorbei. Der Uhrencup bedeutet hier wieder Bratwurst mit Bier. Lachsbrötchen mit Sekt sind eher etwas für die Bieler Arena, wo die restlichen Spiele ausgetragen werden. Aber immerhin: Gut zur Hälfte gefüllt war die Tribüne. Der Uhrencup hat auch 2016 noch eine grosse Anziehungskraft, wenn sich die Young Boys und Borussia Mönchengladbach zu einem munteren Spielchen treffen.

Uhrencup 2016

Uhrencup 2016

Doch zunächst gab es einige Pannen zu überwinden. Zuerst wusste keiner vom Organisationskomitee, wo die Schlüssel zu den Kassenhäuschen deponiert waren. Die Türöffnung erfolgte deshalb erst um 18.40 Uhr, statt wie versprochen um
18 Uhr. Und fünf Minuten vor dem Anpfiff rammte noch ein Helfer eine Eckfahne in den Boden und versuchte, diese mit nasser Erde festzutreten. Der Schiedsrichter genehmigte die Improvisation.

Fehlstart für die Young Boys

Dann ging es endlich los. Die Young Boys, in ein neues Dress des neuen Hauptsponsors eingekleidet, erwischten einen Fehlstart: In der 20. Minute ging Mönchengladbach durch einen Penalty in Führung. Es war erst der dritte Pfiff in diesem munteren, aber doch recht harmlosen Testspiel. Kurz darauf dann aber der erste Torjubel der Saison für die Berner. Milan Vilotic traf zum 1:1.

In diesem Rhythmus des Spielen und Spielenlassens ging es weiter. Kurz vor der Halbzeit erzielte erneut Thorgan Hazard das Führungstor für Mönchengladbach. Aus der Pause kehrte YB mit einer fast komplett ausgewechselten Mannschaft auf den Rasen zurück – und kehrte den Match in wenigen Minuten, wobei vor allem das 3:2 durch ein Dribbling von Miralem Sulejmani herrlich anzuschauen war.

Etwas abseits auf der Seitentribüne war auch Sascha Ruefer anzutreffen, offiziell nicht mehr Organisator des ältesten Turniers Europas, das es seit 1962 gibt. «Nur noch als Beobachter», sagte Ruefer, um gleich darauf seine Helfer mittels Funkgerät mit Mikrofon am Kragen zu dirigieren.

Kurz vor Schluss glich Borussia Mönchengladbach zum 3:3 aus und es kam zum Penaltyschiessen – ohne Verlängerung. Dieses gewannen die Deutschen 5:4. Alles in allem war es ein erfrischender Abend im Stadion Brühl. «Trotzdem waren die 23 Franken für einen Stehplatz bei einem Trainingsspiel etwas happig», fand Markus Maissen, der sich als Fan des FC Basel outete. «Ich war an der EM und habe das Spiel der Schweiz gegen Albanien geschaut. Das hat mich 59 Euro gekostet. So gesehen ist der Uhrencup schon etwas teuer.» Der echte YB-Fan Daniel Ingold war dagegen rundum zufrieden mit der freundschaftlichen Stimmung am Uhrencup und mit seiner Mannschaft: «Gegen Basel wird es YB zwar wieder nicht reichen, aber für den zweiten Platz sicher.»