Chürbisnacht
Ein «Chürbis» gehört ans Revers

Die Grenchener Chürbisnacht ist längst zu einem regionalen Ereignis geworden. Am kommenden Freitag wird der Anlass zum 14. Mal durchgeführt.

Thomas Schärli
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Solothurner Zeitung

Das Grundkonzept der Grenchner Chürbisnacht, die vor 14 Jahren auf Initiative von Iris Minder erstmals durchgeführt wurde, ist so verblüffend einfach wie inzwischen erfolgreich: Man führe die Elemente Markt, Umzug und Verpflegungsmöglichkeiten derart zusammen, dass ein der Jahreszeit entsprechendes Brauchtumsfest rund um die Saisonfrucht Kürbis zustande kommt.

Kürbisse werden schliesslich in der Region seit alters her in allen erdenklichen Arten angebaut. Und Kürbisse und Rüben eignen sich bekanntlich bestens als Lichtträger.

Eine «grenchentypische» Tradition

Ziel des Brauchtumsfestes in Grenchen soll es nämlich zudem sein, nochmals möglichst viel Licht, feierlich Wohliges ins Dunkel der anbrechenden Winternächte zu bringen. Das ist denn auch der inhaltlich entscheidende Unterschied zu Halloween, dem ursprünglichen Totenfest der Kelten vom 31. Oktober, an dem mit Gruselmonstern der Angst vor rückkehrenden «Untoten» begegnet wurde. So tragen Mann und Frau in Grenchen derzeit am Revers wieder «Chürbis».

Die kleinen Holz-«Chürbisse» gelten als Abzeichen – und in diesem Jahr zugleich auch als Lose des diesjährigen «Chürbis-Wettbewerbes». Das «Chürbis-Abzeichen» wird in Grenchen inzwischen mit Stolz getragen, für viele ist es nämlich ein kleines äusseres Zeichen, dass man zu dieser eigenen, «grenchentypischen» Tradition steht. Eine Chürbisnacht kennt schliesslich weitum keine andere Stadt oder kein anderes Dorf. So meint denn auch etwa Bruno Bertini (Bijouterie und Uhren Bertini): «Die Chürbisnacht ist für Grenchen ein einzigartiger Anlass, an dem jeweils viele Grenchnerinnen und Grenchner auf den Beinen sind, der aber mehr und mehr auch von Auswärtigen besucht wird.»

Bruno Bertini fand die Idee einer Chürbisnacht von Beginn an «eine tolle Sache», seither ist er auch als Sponsor (unter anderem des Wettbewerbes) dabei: «Es gibt in Grenchen nicht viele derartige Anlässe, die über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung finden. Das muss gepflegt werden.»

Der Markt ist ebenfalls zentral

Neben dem Lichterumzug, der natürlich jeweils am meisten Besucher anzulocken vermag, ist sicherlich der Kunsthandwerk- und Kürbismarkt mit dem breiten Angebot der zentrale Punkt der Chürbisnacht. Bereits am Nachmittag können die Besucher an den vielen Ständen – an der ersten Chürbisnacht zählte man etwas über 20 Stände, mittlerweile sind es regelmässig gegen 60 – nicht nur Kürbisse in allen Variationen bestaunt werden, gezeigt werden ebenso Herbstdekorationen, Bastelarbeiten, Keramik- und Glaswaren usw.

Indirekter Nutzen

Ebenso breit ist natürlich das kulinarische Angebot vom Chäsbrägu übers Chürbisbier zur Chürbiswurst, vom Chürbisrisotto über die Chürbisrollen bis zur Suppe. Und da wartet heuer bereits zum siebten Mal ein anderer Grenchner Gewerbetreibender mit etwas Speziellem auf: Der Drogist Markus Arnold serviert in Zusammenarbeit mit der Regio Bank eine Chürbissuppe nach Hausrezept in einem ausgehöhlten Brot – der Teller kann also gleich auch noch gegessen werden.

Der Reinerlös dieser Aktion geht heuer ans Wohnheim Schmelzi Grenchen. Auch dies ist ein Zeichen, wie der Anlass von den Gewerblern eingeschätzt wird. Markus Arnold: «Die Chürbisnacht ist in meinen Augen nicht in erster Linie ein Ort, um Geschäfte zu machen, sie ist ein Event, um den Grenchnern etwas zu bieten und um nach aussen zu zeigen, was die Grenchner alles bieten. Der Nutzen fürs einheimische Gewerbe ist erst ein indirekter.»

14. Gränchner Chürbisnacht: Freitag, 29. Oktober, Marktbetrieb ab 16 Uhr, Lichterumzug 20 Uhr. Infos: www.grenchen.ch

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