Grenchen
Ein Anlass nur für die Senioren in der Stadt

Die Stadt Grenchen hat ihre älteren Einwohner zu einem Senioren treffen ins Parktheater eingeladen. Dabei gehts um mehr als nur ums gemütliche Zusammensein.

Rainer W. Walter
Merken
Drucken
Teilen
Grenchen hat seine Senioren zu einem Treffen ins Parktheater eingeladen. (Symbolbild)

Grenchen hat seine Senioren zu einem Treffen ins Parktheater eingeladen. (Symbolbild)

Hanspeter Bärtschi

Die älteren Grenchnerinnen erhielten unlängst Post vom Stadtpräsidenten. Dieser lud seine älter gewordenen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu einem Seniorentreffen am Nachmittag des 11. November ins Parktheater ein (Anmeldung bis heute 31. Oktober). Dem Schreiben waren zudem ein Fragebogen und eine Informationsschrift mit hilfreichen Tipps rund um die Fragen zum «Älterwerden in Grenchen». Die Schrift entstand als Gemeinschaftsaktion der Stadt und der Pro Senectute Solothurn.

Am 11. November finden im Rahmen der Einladung mehrere Referate statt. Nach der Begrüssung durch Stadtpräsident François Scheidegger werden verschiedene Fachleute zu Fragen des Älterwerdens orientieren. So spricht Ida Boos, Geschäftsleiterin der Pro Senectute Solothurn, zum Thema «Herausforderungen im Alter», der Psychiater Hans Kurt zum Thema «Gesundheit im Alter» und Remo Waldner, Sozialarbeiter FH, beleuchtet das Thema «Das Alter und das Geld». Der Grenchner Gemeinderat, Rechtsanwalt und Notar Reto Gasser befasst sich schliesslich mit dem Themenkreis «Rechtliches im Alter». Zwischen den Referaten werden «Bewegte Pausen» durchgeführt und am Schluss gibts einen Apéro.

Im Fragebogen der Pro Senectute. können die Angeschriebenen Stellung nehmen zur Situation der Älteren in der Stadt. Um die Situation und das Leben der älteren Generation zu erleichtern, will man offenbar zuerst den Ist-Zustand erheben.

Altersehrung hat Tradition

Es war der Gewerbeschullehrer und Gemeinderat Fritz Aeberhardt, der mit einer Motion die Grenchner Altersehrung – damals tatsächlich eine Pioniertat – einführte. Mit der Vorbereitung und Durchführung dieses Anlasses, mit dem die ältere Generation geehrt wurde, befasste sich eine Spezialkommission. Diese legte die Reiseroute für die Ausflüge und die «Kaffeestationen» unterwegs fest und zimmerte auch den Menüplan für das gemeinsame Nachtessen.

Anschliessend galt es, ein stilvolles Unterhaltungsprogramm aufzustellen. Während man sich beim Abendessen darüber unterhielt, ob Teilwaren besser ankommen würden als Reis, oder ob der Salat eher knackig serviert werden sollte oder lieber doch nicht, hatte man beim Unterhaltungsprogramm nicht die geringsten Probleme: Für die Vereine der Stadt war es Ehrensache, im Kreis der Betagten aufzutreten. Wer von den Betagten verhindert war, am Tag der Altersehrung teilzunehmen, erhielt am St. Nikolaustag ein Geschenk.

Am Festtag der Betagten beteiligten sich viele Unternehmen der Stadt und damals schon die Bürgergemeinde. Fritz Aeberhardt war Mitglied des Verwaltungsrates der AKG (Allgemeine Konsumgenossenschaft Grenchen), weshalb auch diese aktiv mitarbeitete. Und weil er auch im Vorstand der Gemeinnützigen Gesellschaft Grenchen (GGG) mitarbeitete, war es nicht schwer, in den ersten Jahren der Grenchner Altersehrung Helferinnen und Helfer zu finden. Übrigens: Fritz Aeberhardt war auch als Schriftsteller tätig und veröffentlichte unter anderem eine Sammlung von Grenchner Sagen.

2016 nahmen übrigens laut Angaben des «Stadtanzeigers» von 2152 eingeladenen Senioren gut 700 an der Altersehrung teil. Diese wird seit einigen Jahren nicht mehr als Ausflug organisiert, sondern in drei Durchgängen als bunter Nachmittag im Parktheater. (at.)