Stadtbummel Grenchen
Ehre, wem Ehre gebührt

André Weyermann
André Weyermann
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Marco Wölfli bekommt noch ein Präsent. (Archiv)

Marco Wölfli bekommt noch ein Präsent. (Archiv)

KEYSTONE

Die Stadt vergisst ihre (ehemaligen) Mitbürger nicht, auch wenn sie nun den Lebensmittelpunkt an einem anderen Ort haben. Stapi François Scheidegger wird «unserem» Marco Wölfli anlässlich einer öffentlichen Feier ein Präsent übergeben. Noch weilt der YB-Torhüter, der mit seinen sensationellen Leistungen und als «Leitwolf» massgeblichen Anteil am Erringen des so lange ersehnten Meistertitels hat, in den wohlverdienten Ferien. Am 12. Juli (18.00 Uhr) wird er sich aber seinen vielen Fans in unserer Stadt vor dem Baracoa präsentieren. Gezeigt werden auf der Grossleinwand an diesem spielfreien Tag der Fussball-Weltmeisterschaft auch Filmdokumente aus dem Archiv. Reporterlegende Dago Cahannes übernimmt die Moderation und unterbricht damit seinen (Un-)Ruhestand.

In diesem befindet sich ebenfalls Rainer Werner Walter. Auch er meldet sich noch regelmässig und pointiert zu Wort. Letzten Dienstag konnte er seinen 80. Geburtstag feiern. Und auch wenn «RWW» darum kein Tamtam machen will, «schliesslich sei dies kein Verdienst», ist es eine gute Möglichkeit, daran zu erinnern, was der Lehrer, Kolumnist, Autor, Historiker und Politiker für die Stadt geleistet hat. Auf ihn geht – neben vielem anderem – die Gründung der Kulturkommission oder des Grenchner Jahrbuches zurück. Der Doyen der Grenchner Kulturszene und profunde Kenner der Lokalgeschichte ist auch heute noch Inspirationsquelle und gern gefragte Auskunftsperson für Nachgeborene wie den «Bummler». Als Schreibender gelang ihm einst gar das Kunststück, einen längeren Artikel über das Fussball-Uhrenderby Grenchen - Biel fast gänzlich der Qualität der Matchwürste im Stadion Brühl zu widmen.

Um die Wurst geht es schon bald auch im «Rössli Pub». Kredenzt wird dort ab kommenden Donnerstag die «Grenchner Currywurst». Erfinderin der weltberühmten Spezialität und vor allem der dazugehörenden Chillup-Sauce ist die Berlinerin Herta Heuwer (1949). Der Mitbetreiber des Lokals an der Bielstrasse, Holger Greis, hat sich an die ursprüngliche Saucenkreation herangetastet beziehungsweise herangeschmeckt. Für die Wurst selbst zeichnet die Metzgerei Neuhaus verantwortlich. Sie wird wie das Original ohne Phosphate und Milcheiweiss produziert und dampfgegart, wie vor 69 Jahren. Die klassische Berliner Schrippe, das Brötli zum Tunken der Sauce, wird von der Bäckerei Gassler geliefert. Dazu harmoniert selbstverständlich ein Granicum-Bier. Ein kulinarischer Leckerbissen also, der die Bezeichnung «Grangesness» durchaus verdient.