Im gut besetzten Parktheater starteten Grenchens Närrinnen und Narren zum ersten Mal so richtig durch. Die Anwesenden kamen in den Genuss von hochstehenden Schnitzelbänken, witzigen Sketches und mitreissenden Musikbeiträgen.

Geglückte Überraschung gleich zu Beginn: Ehrenobernarr Heinz Westreicher wurde von Urs Wirth, mit dem er so manche hinreissende Nummer kreiert hatte, in Basler Dialekt und formvollendeten Versen gewürdigt. Der Besungene bedankte sich zusammen mit den Stadtratten sogleich in einem nicht minder gehaltvollen Bank, der Solothurns Bratwurstverbot so richtig auf die Schippe nahm. «Ume gäh güut», sagten sich die «Ambassadoren Bäse» aus der Kantons-Hauptstadt. Nachdem die eigene Fasnacht wunderbar poetisch gefeiert worden war, zielten sie in formvollendeten Stab-und Endreimen auf ihre Gastgeber. Witzig-bissig kommentierten sie Grenchner Begebenheiten, nahmen aber auch sonst so einiges aufs Korn, indem sie gekonnt Lokales mit der grossen, weiten Welt kombinierten. Das Publikum dankte es ihnen mit tosendem Applaus: die Fasnacht als städteverbindendes Element.

Die Nachbarn ins Visier nehmen

Die Verseschmiede der Hilari-Schibako zeigten sodann, dass auch in unserer Stadt die hohe Kunst des Bänkelsangs kunstvoll zelebriert wird. Als Uhrengrübler nahmen sie ebenso präzis wie pointiert selbstverständlich auch die Nachbarn im Osten ins Visier, machten aber in geistreichen Reimen ebenso wenig Halt vor einheimischen Angelegenheiten. Passend dazu präsentierten sie karikaturhafte Zeichnungen aus der Feder von Fritz Vestergaard, die vieles andeuten, aber nichts vorwegnehmen.

Obergugger Mischu Baier verblüffte mit seinem Beitrag in Versform. Diverse Protagonisten der Grenchner- und der Weltszene kriegten dabei so richtig das Fett weg und ganz so nebenbei erklärte er noch äusserst innovativ die Herkunft des Begriffes «Schmutziger Donnerstag».
Güti & Werren sind bereits eine feste Konstante am «Plausch». Mit ihrer unaufgeregten, lakonischen Art scheinen sie wie zufällig mit gelungenen Sprüchen all das durch den Kakao zu ziehen, was ihnen eben gerade einfällt. Und das ist nicht wenig.

Coiffeursalons ohne Ende

Was eignet sich besser zum Lästern als ein Besuch in einem der unzähligen Coiffeur-Salons der Stadt? Oberpläuschler «Wisi» Wisard, der Obernarr höchstpersönlich sowie Jorge Tomas taten dies mit spürbarer Lust, während ganz zum Gaudi des Publikums der Charakterkopf von Letztgenanntem mit wallendem Haarschopf versehen wurde.

Herrlich wiederum der Auftritt der «Schuelschwänzer». Als Wald-Eulen mit imposantem Kopfschmuck und prächtigem Gefieder schränzten sie ihre eingängigen Melodien. Die Familiencombo überzeugte mit satten Bläsern und wuchtigem Rhythmus sowie feinen Arrangements. Diese beherrschen auch die «Cocoloris», welche jeweils mit karibisch angehauchten Rhythmen nicht nur die Herzen erwärmen. Ihr Auftritt, schwarzgewandet und mit reflektierenden Streifen versehen, war ein wahrer Ohren-und Augenschmaus.

Der Ukulele-Bär (Michi Gerber) trat als erster Meister Petz motogetreu eine (musikalische)Reise auf den Mars an und zündete eine gelungene Persiflage auf Youtube Fetischisten.

Gewohnt eloquent und launig führte Moderator Pädu Gribi, teilweise begleitet von seinem Sohn Nik, durchs Programm. Besonders gefielen seine parodistischen Bemühungen, der modernen Technik Herr zu werden. Das Plauschteam schliesslich hatte nicht nur für einen gelungenen Abend gesorgt, sondern glänzte auch in einem innovativen Filmvortag als Chaos stiftende Superhelden. Glanzvoll in Szene gesetzt wurde es überdies durch das detailgetreue Bühnenbild von Tore de Vito. Der Start in die Fasnacht ist unter dem Motto «dürästartä» vollends gelungen.