Grenchen

Droht der Dachorganisation «Schutz & Rettung» bereits das frühe Aus?

Die Blaulichtorganisation «Schutz & Rettung» steht in der Kritik – als eine Variante steht nun auch deren Auf- oder Ablösung zur Debatte.

Die Blaulichtorganisation «Schutz & Rettung» steht in der Kritik – als eine Variante steht nun auch deren Auf- oder Ablösung zur Debatte.

Die Dachorganisation «Schutz & Rettung» wurde überprüft – heute wird über ihre Zukunft entschieden. Nach nur zehn Monaten offizieller Betriebszeit droht bereits wieder das Aus.

«Schutz & Rettung Grenchen» droht nach nur zehn Monaten offizieller Betriebszeit bereits wieder das Aus. In den Augen vor allem bürgerlicher Politiker hat sich die «zu teure» strategische Dachorganisation von Zivilschutz, Rettungsdienst und Feuerwehr nicht bewährt.

Und obwohl keiner öffentlich dazu steht, ist längst bekannt, dass sich Kommandant Remo Schneider (Zivilschutzchef in Personalunion) und Feuerwehrkommandant Bruno Bider zerstritten haben – und dies, obwohl sie gemeinsam mit Rettungsdienstchef Reinhard Grichting die Geschäftsleitung von «Schutz & Rettung» stellen. Von Fehlern aber auch von Intrigen ist die Rede. Im Februar 2012 wurde ein Coach eingesetzt, mit der Aufgabe, die Organisation zu durchleuchten. Diese Aufgabe übernahm Robert Gerber, Kommandant der Stadtpolizei Grenchen.

Drei Varianten denkbar

Das Ergebnis der Überprüfung wird nun heute Abend samt Lösungsvorschlag dem Gemeinderat unterbreitet. Mehrere, voneinander unabhängige Quellen haben gestern bestätigt, dass kürzlich die Leiter von Zivilschutz, Feuerwehr und Rettungsdienst zur Stellungnahme eingeladen wurden und heute entschieden werden wird, ob man a) die Dachorganisation beibehält, b) sie auflöst und zum Ur-Zustand zurückkehrt, wie es auch eine inzwischen sistierte SVP-Motion forderte, oder c) sie durch eine neue ersetzt, und zwar die früher als «Maxi» bezeichnete Variante, nach der auch die Stadtpolizei in den Zusammenschluss integriert würde.

Aufgrund früherer Aussagen des ehemaligen Projektleiters ist zu vermuten, dass mit der zuletzt genannten Lösung der bisherige Kommandant abgelöst würde, und zwar durch den Kommandanten der Stadtpolizei. «Die Polizei verkörpert das staatliche Machtmonopol und muss zwingend einer politischen Behörde direkt unterstellt sein», lautete die Begründung aus dem Jahr 2010.

Direktbetroffene im Unklaren

Nicht klar ist, welche dieser Varianten favorisiert wird. Robert Gerber wollte keine Stellung nehmen, ebenso wenig liess sich Stadtpräsident Boris Banga (Vorsitzender der Projektsteuerungsgruppe) vergangene Woche zu einer Aussage bewegen. Da es um Personalgeschäfte gehe, müssten auf jeden Fall zuerst allfällig Direktbetroffene informiert werden. Selbst die SVP, welche mit ihrer Motion viel Staub aufgewirbelt hat (siehe Box), macht keine Angaben. Doch trotz Informationssperre besteht kein Zweifel: Heute gehts ums Eingemachte. Morgen Mittwoch dann sollen zuerst die Direktbetroffenen, danach die Medien über den Entscheid informiert werden.

Personelle Konsequenzen

Wählt der Gemeinderat Variante c), wird mit der Umstellung auf Variante Maxi die erst zehn Monate alte Organisation «Schutz & Rettung Grenchen» frühzeitig samt Geschäftsleitung und Kommandantenposten wieder aufgehoben. Ändert nichts (Variante b), blieben hingegen die Zerrüttungen mit der Feuerwehr bestehen. Da sowohl Remo Schneider wie auch Feuerwehrkommandant Bruno Bider erst provisorisch gewählt sind, ist abzuwarten, welche personellen Konsequenzen die Umstellung haben würde.

Ein Mitarbeiter von «Schutz & Rettung Grenchen» erklärte gestern, dass es doch sehr bedauerlich wäre, sollte man die Organisation tatsächlich frühzeitig ausbremsen. Man hätte viel Geld ausgegeben für ein Konstrukt, die sich gar nicht bewähren konnte. Wichtig war ihm aber auch die Feststellung, dass trotz Problemen auf strategischer Ebene das Operative nie gelitten habe. Ihre bisherigen Arbeiten erfüllten alle Geschäftsleitungsmitglieder offensichtlich zur vollen Zufriedenheit.

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