Dreikönigstag
Dreikönigs-Bäcker Jürg Jäggi: «Für uns ist das der Start zum Neujahr»

Heute, am Dreikönigstag, darf auf keinen Fall der Dreikönigskuchen fehlen. Diese schöne Tradition ist noch jung, aber aus dem Familienbrauchtum nicht mehr wegzudenken. Wir beobachteten beim Back-Caffee in Grenchen die Produktion des beliebten Gebäcks.

Fränzi Rütti-Saner
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Die verschiedenen Teigelemente werden zusammengefügt
8 Bilder
Der fertig gebackene Kuchen wird mit Puderzucker bestäubt
Eveline Flückiger fügt die verschiedenen Kuchenelemente zusammen
Geschäftsfuehrer Jürg Jäggi schiebt die Kuchen in den Ofen
Wo der König versteckt ist und ob es ein goldener ist, bleibt das Geheimnis des Bäckers
Teig abwägen und portionieren
Dreikönigskuchen aus dem Back-Caffee in Grenchen
Geschäftsführer Jürg Jäggi holt die fertiggebackenen Kuchen aus dem Ofen

Die verschiedenen Teigelemente werden zusammengefügt

Hanspeter Bärtschi

Schon drei Tage vor dem eigentlichen Dreikönigstag verkaufen sich die Dreikönigskuchen von Bäcker Jürg Jäggi, Inhaber des Back-Caffee in Grenchen, sprichwörtlich wie «warme Weggli». «Dieses Jahr kommt uns der Kalender schön entgegen», freut sich Jäggi. «Der Dreikönigskuchen wird schon vor dem Wochenende gerne gekauft, obwohl der 6. Januar ja erst am Sonntag ist, und auch am Montag, 7. Januar, werden wir noch Kuchen verkaufen.» Entsprechend läuft es in Jäggis Backstube und im Verkaufsladen an der Archstrasse.

800 Dreikönigskuchen

Rund 800 Königskuchen werden seine Mitarbeiter bis zum Montag gebacken und verkauft haben. «Für uns Bäcker ist dieses Gebäck ein Glücksfall. Es ist der Abschluss des alten und der Neubeginn des neuen Jahres». Jäggi weiss, dass viele Kunden die reichhaltigen Kuchen aus der Bäckerei denjenigen Produkten aus dem Grossverteiler vorziehen. «Es ist eben alles frisch bei uns. Zudem gehen wir gerne auf Kundenwünsche ein. Kuchen mit zwei Königen beispielsweise herstellen, oder solche, in denen in jeder Kugel ein Plastikkönig versteckt ist.»

Aus der Römerzeit

Dieses Jahr hat Jäggi noch einen weiteren Kundenwunsch vervollkommnet. «Es wurde immer wieder nach Schokoladenstückchen statt Rosinen im Kuchen gefragt. Das können wir bieten», sagt er stolz. Jäggi beschäftigt in seinem Unternehmen 40 Mitarbeiter, zu welchem neben dem Betrieb an der Archstrasse noch der Laden an der Däderizstrasse sowie das Café Stadthus gehören.
der Brauch, einen Kuchen zu backen, in dem ein Glücksbringer versteckt ist, stammt aus der Römerzeit. Zu Ehren des römischen Gottes Saturn wurde alljährlich nach ausgebrachter Wintersaat in einem Kuchen eine Bohne versteckt. Wer sie fand, wurde Bohnenkönig und durfte für einen Tag einen Hofstaat ernennen. In den 1950er- Jahren wurde diese Tradition vom Schweizer Bäcker-Konditor-Gewerbe wiederbelebt. Die Bäcker-Fachschule Richemont in Luzern kreierte das noch heute bewährte Rezept. Wer in seinem Kuchenstück das darin verborgene Königsfigürchen findet, darf die golden glänzende Papierkrone aufsetzen und sich einen Tag lang als König fühlen.

Der Dreikönigstag wird praktisch in jeder Familie und an jedem Arbeitsplatz begangen, schliesslich wird die Dreikönigskuchen-Produktion heute auf gut 1,5 Mio. Stück geschätzt. s.