Bettlach

Drei Millionen und höhere Steuern für die Sanierung der Kirche

Die St.-Klemenz-Kirche steht seit 2011 unter Denkmalschutz.

Die St.-Klemenz-Kirche steht seit 2011 unter Denkmalschutz.

Die Kirchgemeinde stimmt nach langen Diskussionen dem Verpflichtungskredit für die Sanierung der Kirche von Bettlach zu. Eine Steuererhöhung wird wohl unausweichlich sein.

Die römisch-katholische Kirchgemeinde Bettlach ist stolz auf ihre Kirche, die von 1966 bis 1969 für nur gerade 3,4 Millionen Franken gebaut worden war und seit 2011 unter kantonalem Denkmalschutz steht. Aber das einzigartige Gotteshaus des Architekten Walter M. Förderer ist in die Jahre gekommen und dringende Sanierungen sind nötig. Darüber war man sich an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung der Kirchgemeinde St. Klemenz einig.

Aber man wollte wissen, was wünschenswert und was absolut notwendig sei. Denn die Sanierung kommt auf happige 3,08 Mio. Franken zu stehen.

Abgespecktes Sanieren

Thomas Varrin, Präsident der vorberatenden Baukommission erklärte den 56 Anwesenden, dass die vorgesehenen Sanierungsarbeiten absolut notwendig seien und ein Minimum darstellten. Und Kirchgemeindepräsident Theo Sury präzisierte: Wünschenswertes stehe nicht im Bauprogramm und auch Experimente wolle man nicht machen. Im Gegenteil, es gebe sogar Abstriche beim ursprünglich Geplanten. Statt die Lüftung, die Fenster und Bodenbeläge zu ersetzen, wolle man diese reparieren und nur wo nötig erneuern.

Auf eine Sanierung der Gebäudehüllen von Kirchturm und Pfarrhaus wolle man zum jetzigen Zeitpunkt verzichten und diese Arbeiten im Umfang von etwas mehr als 600 000 Franken erst in etwa zehn Jahren in Angriff nehmen. Der Kirchturm ist - im Gegensatz zu den anderen Gebäuden - aus Massivbeton gebaut und in besserem Zustand.

Nicht verzichten könne man auf die Sanierung der Betonhülle und der Teile Flachdächer der Kirche. Der alte Anstrich muss entfernt werden, Betonabplatzungen repariert und der Beton imprägniert werden. Die Wände müssen innen gereinigt werden, die Heizung hat ihre Lebenserwartung erreicht und wird durch eine neue Gasheizung ersetzt. Die Beleuchtung aus den 60er-Jahren wird durch neuste, stromsparende LED-Leuchten ersetzt.

Ein neues Innenleben für die Orgel

Im Pfarreizentrum wird die gesamte WC-Anlage ersetzt, ein Wickeltisch und ein behindertengerechtes WC eingebaut. Die Akustik will man verbessern und die Elektroinstallationen, die noch im Originalzustand vorhanden sind, müssen von zwei- auf dreipolig aufgerüstet werden, damit sie den heutigen Sicherheitsvorschriften entsprechen. Der Pfarreisaal muss rollstuhlgängig gemacht werden, dazu baut man einen Behindertenlift ein. Auch wird ein zweiter Notausgang erstellt, um weiterhin eine Belegung mit 300 Personen zu gewährleisten.

Die Orgel wurde 1994 das letzte Mal revidiert, man hatte sie 1968 mit Restbeständen der alten Orgel aus den 30er-Jahren gebaut. Viele Teile lassen sich nicht mehr reparieren und man will das gesamte Innenleben ersetzen. Die Turmkapelle soll wieder instand gestellt werden, das Geläute wird revidiert.

Steuererhöhung ist zu erwarten

Die Diskussionen über die einzelnen Positionen waren lang und man fragte sich auch, wie die Sanierung überhaupt finanziert werden solle. Bei einem Eigenkapital von knapp 2 Mio. Franken, einem Beitrag von knapp einer halben Million von Denkmalpflege und Synode, müssen gegen 700 000 Franken fremdfinanziert werden. Sury schlug der Versammlung eine Erhöhung der Kirchensteuer ab 2014 von 17 auf 20 Prozent vor, um eine Amortisation bis 2020 zu erreichen.

Den definitiven Beschluss fasst allerdings erst die Budget-Kirchgemeindeversammlung Ende 2013, bis dann wisse man auch, was die Arbeiten bisher gekostet hätten und wie sich das Steueraufkommen entwickelt habe, sagte Sury. Man sei bisher, verglichen mit anderen Kirchgemeinden mit ähnlicher Infrastruktur, verwöhnt gewesen und eine Steuererhöhung sei unumgänglich, allerdings lasse sich jetzt noch nicht sagen, um wie viel.

Nach längerer Diskussion stimmten schliesslich 50 Anwesende dem Verpflichtungskredit von 3,08 Mio. Franken zu, 6 waren dagegen. Ein Antrag, den gesamten Kredit um 200 000 Franken zu kürzen, wurde deutlich verworfen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1