Bereits am Samstagmorgen herrschte reges Treiben auf dem Märetplatz. Schon eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn des Flohmarkt waren zahlreiche Leute anzutreffen. Rund 120 Stände boten reichliche Kaufmöglichkeiten an; von Barbies und beliebten Brettspielen über legendäre Schallplatten, DVDs oder Kassetten bis hin zu über hundert Jahre alten Trouvaillen und Antiquitäten.

Letztere konnte man zum Beispiel bei H.P. Schlup, der in Arch selbst Schrottobjekte zusammenstellt, erwerben: «Ich sammelte schon früh Schrott von Bauernhöfen und Verwandten, das Meiste konnte ich zusammenflicken.»

Drehorgeltreffen Grenchen

Drehorgeltreffen Grenchen

In Grenchen fand ein Drehorgeltreffen statt und ein Flohmarkt. 

Ruth Jurasz war aus einem etwas anderen Grund dabei, sie wolle ausmisten. «Schon seit jeher habe ich liebend gerne gebastelt, meine Wohnung gleicht einem Bastelmuseum!» Andauernd schaute jemand vorbei, um eins ihrer unzähligen Bänder zu kaufen, die man für je zwei Franken bekam.

Nur das Wetter spielte nicht mit

Für die musikalische Unterstützung sorgten die aus der ganzen Schweiz angereisten Drehörgeler, die, verteilt auf dem ganzen Flohmarkt, mit ihren meist selbst gebastelten Instrumenten für gute Stimmung sorgten. Einen speziellen Augenschmaus bescherten Ruth und Bobby Brütsch mit ihrer Drehorgel, auf der als Dekoration fein geschnittene und verzierte Figuren tanzten. «Die Gestalten drehen sich gemeinsam mit der Musik», erklärte der Basler.

Rund 1900 Stunden seien für den Bau dieser einzigartigen Orgel investiert worden.
Das Highlight für viele Kinder waren das Karussell auf dem Zyt-Platz, sowie das Kinderschminken, bei dem kein Wunsch zu kurz kam. Beim Glücksrad, das ebenfalls von Schmelzi organisiert worden war, hatte jedermann einen Gratisdreh zur Verfügung.
Um zirka 11 Uhr 30 begann es dann zu schütten wie aus Kübeln, das Festzelt wurde zur rettenden Oase und war prall gefüllt.

Leider begannen da auch die ersten Verkäufer, ihren Stand zu räumen. «Ich finde dies schade», meinte Peggy-Sue Noth, die bereits zum achten Mal dabei war. «Dies lockt natürlich auch nicht mehr Passanten an, wenn einige bereits zusammenpacken.» Viele Anwesende fanden ebenfalls, es sei schade für den tollen Anlass. «Letztes Jahr war am Nachmittag alles voll, das Wetter meint es heute leider nicht so gut», erzählte Heidi Hess aus Bettlach.

Und doch trotzten so einige Leute dem Wetter, der Platz füllte sich allmählich wieder, nachdem der Regen aufgehört hatte. Als melodischen Höhepunkt versammelten sich um drei Uhr alle Drehörgeler vor dem Festzelt. Nacheinander führte (fast) jeder ein Stück vor und begeisterte die Zuhörenden. Zum Abschluss inszenierte Evi Widmer aus Gerlafingen, wie im Vorjahr gewünscht, das Grenchner Lied. Vorab verteilte sie den Songtext unter den Beobachtenden, die zum Mitsingen aufgefordert wurden. Gemeinsam und begleitet von Widmers Drehorgel liessen die Leute auf dem Märetplatz so den turbulenten, aber schlussendlich doch schönen Tag ausklingen.