Halden

Dramatische Szenen beim Schulhaus

Die beiden Abschlussklassen der Grenchner Sekundarschule boten mit der Auf- führung der «Schwarzen Brüder – Spazzacamini» einen eindrücklichen Blick in die Geschichte, der mit viel Applaus honoriert wurde.

Weiss und Schwarz dominieren das Bühnenbild. Zwei Schauplätze: die ärmliche Bauernstube im Verzascatal und die verwinkelten Häuser mit engen Kaminen in Mailand. Die Premierenbesucher fanden Platz auf grossen Steinquadern. Bald sind die Zuschauer mitten in der Geschichte. Die Familie von Giorgio wird von viel Unglück heimgesucht. Ziegen sterben, der Mais will wegen der Dürre nicht gedeihen und zu guter Letzt verunglückt noch die Mutter. Es mangelt an allem, vor allem auch an Geld.

Wie jedes Jahr erscheint der Padrone aus Milano, der Mann mit der Narbe, wie er in der literarischen Vorlage heisst. Er bietet Geld für gesunde Knaben, verspricht diese in Mailand als Gehilfen der Kaminfeger zu beschäftigen. Giorgio wird verkauft. Mit seinem Freund Alfredo macht er sich auf die mühevolle Reise. Auf dem See kommt es zum Unglück, viele Knaben ertrinken. Giorgio und sein Freund überleben. Für 82 Lire werden sie an Kaminfegermeister verkauft. Mit Szenen, die die Schüler der beiden Klassen anspielen, wird die Handlung gekonnt illustriert. Bereichert wird die Theatervorführung mit Choreinlagen.

Erstaunt über Härte des Lebens

Besonders das italienische Volkslied, «Io mi sono un poveretto», das die bittere Armut besingt, wurde mit grossem Applaus aufgenommen. Shkelzen Sadiki spielt an der Premiere den Padrone glaubhaft. «Wir waren schon nervös», berichten Alexia Leutwiler, Merita Nevzadi, Filloreta Januzaj und Yara El Gharabawy. Die jungen Frauen haben ihre Röcke und Hüte selber gefertigt. Die Klassenlehrer Daniel Kupper und Ulrich Zumstein studierten das Theaterstück mit ihren Klassen ein, und eine beachtliche Bühnentechnik unterstützt die Aufführung. «Die Schüler waren erstaunt über die Härte des Lebens damals», betont Zumstein. «Die Beschäftigung mit der Thematik, die Vorbereitungen, das Üben der Texte, die Arbeiten an Kleidern, Requisiten und Bühnenbild bildeten ein willkommenes zweites Standbein neben dem Schulunterricht», sagen beide Lehrer.

Weitere Aufführungen: 25. und 29. Juni, 21 Uhr; Ersatzdaten: 30. Juni und 1. Juli, Info-Telefon 1600.

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