Für ein umfassend saniertes Sportlerstadion weibelt der Turnverein Grenchen seit Jahren. Zwei Mal scheiterte das Projekt bereits, erstmals Ende der 80er-Jahre in Zusammenhang mit dem städtischen Projekt «Mehrzwecksporthalle», das aber an der Urne abgelehnt worden ist. Und jetzt, als es wegen des Velodrome Suisse wieder auf Eis gelegt werden musste.

Ursprünglich wollte sich der TVG mit einer eigenen Dreifachturnhalle, welche zu rund der Hälfte auf städtischem Boden hätte gebaut werden sollen, ein Denkmal setzen und daneben ein wettkampftaugliches Stadion für die Basissportart Leichtathletik realisieren.

Nun setzen sich andere ein Denkmal. Auch wenn man es vermuten könnte: Der Turnverein bekämpfte das Velodrome nie, er sieht grosses Synergiepotenzial in der Grenchner Sportstättenzone. Es ist sogar so, dass ohne das millionenteure Mammutprojekt Dreifachturnhalle das zweite Projekt des neuen TVG-Stadions nun frühzeitig wieder in greifbare Nähe rückt. Geplant sind unter anderem neue Garderoben und Duschen, Laufbahnen, technische Anlagen und Kommandoräume.

Visitenkarte für den Verein

Vor knapp zwei Wochen fand die Startsitzung für die Reaktivierung statt. «Obwohl in den letzten Jahren viel im Stadion passiert ist, gibt es noch einiges zu tun. Eine Totalsanierung ist unumgänglich», sagt Robert Gilomen, Chef Ressort Stadion beim TVG.

Röbi Gilomen und die Fronarbeitstruppe Volontaris kümmern sich das Jahr über um das Stadion - vergangenes Jahr wurden 1500 Arbeitsstunden für Hauswarts- und Gartenarbeiten, Bahnpflege, Reparaturen und Weiteres aufgewendet. Doch das Stadion ist aktuell für den Leichtathletikbereich nicht wettkampftauglich und daher auch nicht trainingsattraktiv.

Robert Gilomen: «Bis anhin war die Grundidee, verschiedene Infrastrukturbauten der Leichtathletikanlage im Kopfteil unserer eigenen Sporthalle platzieren zu können. Nun sind andere Lösungen gefragt.» Die Neulancierung der TVG-Stadionsanierung wurde von den nimmermüden Theodor Schild (Abteilungsleiter Leichtathletik) und Robert Gilomen (Ressort Stadion) sowie von Röbi Wyss (Kantonaler Leichtathletikverband) in Angriff genommen.

Bau und Unterhaltdes Stadions wurden bisher vom TVG weitgehend selbst finanziert, wie Stadionchef Gilomen erklärt. Verschiedene Vorarbeiten sind notwendig, unter anderem das Erfassen eines Leitungskatasters.

Der Inhalt des Projekts

Neben den technischen Anlagen ist ein Hartplatz mit drei Spielfeldern für Basket- und Volleyball vorgesehen. Alle Bauten sollen den internationalen Normen entsprechen. Neu gebaut werden müssen ein Kommandoteil für die Leichtathletikwettkämpfe, sowie ein Garderobe- und Gerätetrakt. «Mehrere Fachleute aus der Sportszene und dem Bundesamt für Sport werden dem TVG in den nächsten Monaten bei den Projektierungen beistehen. Darunter aber auch Fachpersonen vom örtlichen Baugewerbe», sagt Gilomen.

Hoffen auf Beiträge von Stadt und Kanton

Das Geld für den Bau zusammen zu bekommen, sei im Bereich des Möglichen. Gehofft wird auch auf Beiträge von Stadt und Kanton. So soll künftig auch der «Stützpunkt West» des kantonalen Leichtathletikverbands in Grenchen trainieren. Im Stützpunkt West sind über 200 lizenzierte Athletinnen und Athleten vereint, die auf bessere Trainings- und Wettkampfanlagen warten.

Neuzeitliche Aussenanlagen könnten in Verbindung mit den Hallenmöglichkeiten im Velodrome der Basissportart Leichtathletik zu einem neuen Höhenflug verhelfen. Das TVG-Stadion soll aber auch Ort für das Berufsschulturnen und generell Kombinationsort für gemeinsame Trainingslager mit dem Velodrome sein. Man hofft, die Projektierungsarbeiten im Herbst 2012 abzuschliessen.