Smartflyer Challenge
«Dieses Flugzeug ist aber leise»: Fly in der Elektroflug-Szene in Grenchen

Die zweite Ausgabe des Smartflyer Challenge auf dem Flughafen Grenchen zeigte auf, dass die Branche am Ziel des Fliegens mit Elektromotoren festhält und auf Kurs ist. Es gibt etliche Flugzeugtypen, die bereits in der Luft sind, aber noch mehr befinden sich in der Entwicklung.

Peter Brotschi
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Hans Marthaler (rechts) erklärt Regierungsrätin Brigit Wyss (links) sowie Grenchens Bürgergemeindepräsident Franz Schilt und seiner Frau Trudi das Elektroflugzeug Pipistrel Alpha.

Hans Marthaler (rechts) erklärt Regierungsrätin Brigit Wyss (links) sowie Grenchens Bürgergemeindepräsident Franz Schilt und seiner Frau Trudi das Elektroflugzeug Pipistrel Alpha.

Solothurner Zeitung

Grenchen etabliert sich dabei als europäisches Zentrum der Elektroluftfahrt. Der vor einem Jahr als Novum durchgeführte Smartflyer Challenge stiess auch in der zweiten Ausgabe auf das Interesse der Vertreter der Elektro-Luftfahrt. Zwar waren weniger Flugzeuge als vor einem Jahr anwesend, aber der Austausch und die Netzwerkarbeit unter den Akteuren konnte nahtlos fortgesetzt werden. Der internationale Charakter des Anlasses wird dadurch unterstrichen, dass Gäste aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Slowenien, Tschechien, Türkei und USA auf dem Grenchner Regionalflughafen waren.

Ein Zuschauer brachte es auf den Punkt, als die «Pipistrel Alpha» zum einem Flug startete: «Dieses Flugzeug ist aber leise!», kam es spontan aus seinem Mund. Die Alpha ist das Beispiel eines zweiplätzigen Reise- und Schulflugzeugs, das anfänglich mit einem konventionellen Kolbenmotor ausgerüstet war, nun aber auch mit einem Elektroantrieb angeboten wird.

Marc Beat Corpataux aus dem Kanton Freiburg kam gleich mit drei Pipistrel Alpha nach Grenchen. «Im Vordergrund steht, dass ein Elektroflugzeug sehr viel leiser ist als eine herkömmliche Maschine», sagte der Flugunternehmer. Deshalb will er mit seiner Firma Alpin Air Planes die in Slowenien gebauten E-Flugzeuge schweizweit in der Pilotenschulung einsetzen.

Neben der Präsentation der Flugzeuge am Boden und in der Luft standen neun Vorträge im Zentrum des Anlasses, die in den Räumen der Flugschule Grenchen durchgeführt wurden. So referierte Rolf Stuber, CEO der Grenchner Firma Smartflyer AG, beispielsweise über die operationellen Gegebenheiten beim Einsatz von Hybridflugzeugen.

Airbus schwer am Forschen

Auf weiteres grosses Interesse stiess der Vortrag von Olivier de Weck, Professor am Massachusetts Institute of Technology (USA) sowie Senior Vize Präsident in der technischen Planungsabteilung bei Airbus. Die neuen Fluggeräte, die er vorstellte, waren nicht Science-Fiction, auch wenn sie sehr futuristisch aussehen. Es ist die Luftfahrttechnologie der unmittelbaren und weiteren Zukunft, an denen Airbus mit Partnern unter Hochdruck arbeitet, um die Emissionen in der Luftfahrt zu reduzieren.

Die Elektro-Luftfahrt stösst auf das Interesse der Politik. Kantonsratspräsident Urs Ackermann war mehrere Stunden am Smartflyer Challenge und auch Regierungsrätin Brigit Wyss liess sich über die Ausstellung führen. Hans Marthaler gehört zu den ersten Piloten der Schweiz, die das Elektroflugzeug Pipistrel Alpha fliegen dürfen. Er machte für Brigit Wyss einen Demonstrationsflug mit mehreren Starts und Landungen sowie Überflügen. Die Volkswirtschaftsdirektorin forderte die anwesenden Pioniere der elektrischen Luftfahrt auf, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.