Mit dem «Luxory» ist auch das letzte Lokal verschwunden, das Nachtschwärmern und Partypeople aus der Region Grenchen noch Events bieten konnte, die einer Stadt wenigstens einigermassen gerecht würden. Doch: Was für Solothurn die Disco Eleven ist, soll für Grenchen jetzt der Klub Légère in der Zentrumspassage werden. Wo früher im Rock-Café oder im «Bee-Bop» die heissen Sohlen aus Parkett gelegt wurden, herrschte zuletzt nur noch tote Hose – und nachdem das Tanzlokal Reina ziemlich glanzlos untergegangen ist, versucht jetzt DJ Castle alias Daniel von Burg, dem geschichtsträchtigen Lokal neues Leben einzuhauchen. «Grenchen braucht wieder ein attraktives und freundliches Angebot für Klubgänger, und zwar eines, das für alle etwas bietet», sagt Dänu von Burg überzeugt. Das nötige Know-how bringt der 41-Jährige mit. Allein oder mit der Künstlerplattform «4Artist Management» hat er schon an etlichen Projekten mitgewirkt.

Abwechslungsreiches Programm

Am 1. September bereits wurde das «Légère» eröffnet, allerdings von seinem Vorgänger. Das Ganze floppte, und Dänu von Burg entschied sich spontan, zu übernehmen. Zwar befinde er sich noch in der Probephase, und nur, wenn genügend Leute kommen, will er den Klub wirklich weiterhin betreuen. «Der Ort hat aber Potenzial, das zeigen die alten Zeiten», ist von Burg sicher. «Einfach wird es nicht, aber ich bin zuversichtlich, dass es klappen kann.» Momentan ist sogar der Eintritt noch gratis, erst später soll ein Eintrittspreis verlangt werden, zuerst 5, dann 10 Franken. Bis zu 180 Personen waren an einzelnen Abenden schon im Klub, 250 haben Platz. Geöffnet ist von Mittwoch bis Sonntag. Am Donnerstag ist «Ladies Night» mit Gratis-Cüpli für die Frauen, am Freitag heisst es «R’n’B meets Hip-Hop» und am Samstag «Club on Fire».

Von aussen lässt sich nicht erahnen, was hinter den schwarzen Scheiben versteckt ist. Wer den Klub betritt, wird an einer kleinen Garderobe empfangen, die Treppe runter geht es in den Hauptteil zur Tanzfläche mit Lounge-Sesseln und einer futuristisch-beleuchteten, modernen Bar, an der auch Cocktails ausgeschenkt werden. An einer Tanzstange können sich die Gäste in Poledance versuchen. Durch eine Türe geht es in die Smokers-Lounge mit Dart, im letzten Raum schliesslich stehen ein Touchscreen-Spielgerät und ein Billardtisch. Sauber und attraktiv präsentiert sich der neue Klub.

Nicht bloss nz, nz, nz

Über Erfolg oder Niederlage entscheidet letztlich aber auch vor allem die Musik. Von den Plattentellern soll nicht etwa Spartenmusik ertönen. «Wir spielen Musik querbeet – das, was man aus dem Radio und den Klubs kennt, das, was beim grossen Publikum ankommt», erklärt von Burg. Dafür sorgen seine «All-Style-DJs», die natürlich auch auf das Publikum eingehen. Da Dänu von Burg als «DJ Castle» und «4Artist»-Mann gute Kontakte zur DJ-Szene pflegt, kann es gut sein, dass auch einmal ein grosser Star im kleinen Grenchner Klub auflegen wird. Auch DJ Castle steht ab und zu selber am Mischpult, um von da aus die Partyszene aufzumischen. Letztlich fehlt natürlich auch der Grenchner DJ Horse nicht – auch er legt im «Légère» regelmässig auf. Auch das Zielpublikum ist Dänu von Burg wichtig. «Das ‹Légère› ist für alle und jeden. Jeder, der gerne Party macht und sich zu benehmen weiss, ist willkommen.» Wer sich übrigens nicht zu benehmen weiss, wird zwangsweise Bekanntschaft mit dem Sicherheitsdienst machen. «Und wir werden nicht davor zurückschrecken, ein Klubverbot auszusprechen, wenn sich jemand danebenbenimmt», stellt von Burg klar. Nur ein sauberer und seriöser Betrieb habe letztlich eine Chance.