Eigentlich wollten die Grenchner Schulen ab kommendem Schuljahr mit der gestaffelten Einführung der Speziellen Förderung (integrative Schulung) in der Primarstufe starten. Doch leicht macht es der Kanton den Schulen nicht. «Die Umsetzung steht derzeit etwas im luftleeren Raum», sagte Referentin Jacqueline Bill, Mitglied der Geschäftsleitung Schulen Grenchen.

Dass der Kantonsrat letzten Monat das Veto gegen die Vollzugsverordnung des Volksschulgesetzes ergriffen hat, macht das Gesamtkonzept «Spezielle Förderung und integrative sonderpädagogische Massnahmen» in Grenchen vorerst hinfällig. Vor einer Umsetzung müssen die rechtlichen Grundlagen klar sein. Doch zumindest beim Kindergarten will man mit der Einführung dennoch per 2011/2012 starten. Dort sei der Handlungsbedarf besonders gross. Davon wollte Jacqueline Bill die Gemeinderäte gestern im Namen der Geschäftsleitung überzeugen.

Vorerst auf ein Jahr befristet

Die unklare Rechtslage beschäftigte die Fraktionen. Soll man unter diesen Umständen Geld sprechen? Entsprechend wurde einem Antrag der FDP, die Förderung im Kindergarten vorerst auf ein Jahr zu befristen, stattgegeben. Nicht bestritten wurde, dass die Probleme in der Schule grundsätzlich anspruchsvoller geworden sind. «Die Förderung ist eine günstige Lösung, wenn damit spätere, hohe Reparaturkosten gespart werden können», war eine oft zitierte Aussage.

Letztlich stimmte der Gemeinderat dem Start der auf ein Jahr befristeten Lösung und dem Einrichten der schulischen Heilpädagogik im Kindergarten zu. Nach dem Pilotjahr werden die Schulen einen Bericht erstellen. Die 131000 Franken für Besoldungs- und Materialkosten wurden bewilligt. Sobald die rechtlichen Grundlagen klar sind, kann sich die Geschäftsleitung der Schulen an die Überarbeitung des vorhandenen Gesamtkonzeptes machen.

Ferien werden wieder geändert

Gegen den Willen von SVP und Teilen der SP entschied die Mehrheit des Rats ausserdem, den Schulferienplan auf 2012/2013 der kantonalen Regelung anzupassen. Damit gibt es bald wieder je 2 Wochen Sport- und Frühlingsferien. So sollen Konflikte mit Schülern aus Selzach verhindert werden, welche mit der Sek-1-Reform in Grenchen die Sek P besuchen müssen (siehe gestrige Ausgabe des «Grenchner Tagblatts»).

Der Entscheid des Gemeinderats widerspricht dem Resultat der Elternumfrage aus dem Jahre 2007. Damals wünschte eine klare Mehrheit, dass man von je 2 Wochen wieder zu 1 Woche Sport- und 3 Wochen Frühlingsferien wechselt. Die Vorteile einer Harmonisierung überzeugten gestern allerdings mehr.