Die rund 100 Besucher wurden dem Anlass entsprechend empfangen. Aus den Lautsprechern war das Rauschen von Windrädern zu vernehmen und an der Wand prangte eine Illustration, die aufzeigen sollte, wie gut ein Teil der geplanten Anlage auch von Grenchen aus noch zu sehen sein wird. Das Publikum, naturgemäss zumeist Windpark-Skeptiker, war bunt gemischt. Jung und Alt, bekannte und weniger bekannte Gesichter, interessierte Laien wie Fachleute lauschten den Ausführungen von Jürg Allemann und Elias Meier als Vertreter von ProGrenchen. Gewappnet mit einer ordentlichen Menge Zahlenmaterial und gewürzt mit einer unüberhörbaren Portion Ironie legten sie dar, weshalb der Windpark Grenchen eben keinen Sinn mache.

Die Windkraft könne in der Schweiz allgemein und im Kanton Solothurn im Speziellen nicht optimal genutzt werden. Die damit verbundenen zusätzlichen Belastungen in dicht besiedelten Gebieten seien ökologisch und gesellschaftlich nicht vertretbar. Zentral ist für die Gegner die drohende Zerstörung des Naherholungsgebietes der Stadt Grenchen beispielsweise durch hör- und nicht hörbare (Infraschall) Schallimmissionen und Schattenwurf. Kritisiert wurden insbesondere die Schall-Prognosen der Projektleitung. Diese würden gesundheitsrelevante Frequenzen ausblendeten, so die Behauptung der Gegner.

Die beiden Referenten gaben auch ihrer Sorge um sauberes Wasser Ausdruck. Der Standort des geplanten Windparks befinde sich auf einem Karstgebiet aus durchlässigem Kalkstein mit einem empfindlichen Grundwassersystem. Durch den Bau von bis zu 180 Meter hohen Windenergie-Anlagen mit entsprechenden Schwerlast-Fundamenten würde die schützende Deckschicht über dem heiklen Untergrund entfernt und das Grundwasser sowie das Karstsystem seien dadurch gefährdet.

Bis vor Bundesgericht

Angeführt wurde im Weiteren auch die Belastung für die Bevölkerung, da während der Bauphase mit bis zu 15 000 Transportfahrten durchs Stadtgebiet zu rechnen sei.

Aus diesen und diversen weiteren Gründen riefen Elias Meier und Jürg Allemann die Anwesenden dazu auf, die vorbereitete Sammeleinsprache zu unterschreiben. Die Einsprache richtet sich gegen die vom Gemeinderat einstimmig beschlossene Nutzungsplanänderung. Man ist entschlossen, wenn nötig bis ans Bundesgericht zu gelangen.

Ohne Zweifel haben die Gegner des Projektes mit ihrer Veranstaltung Rückenwind erhalten. Spät sind sie aus dem Busch gekommen. Ob zu spät, wird sich zeigen. Denn selbstverständlich sind die Befürworter nicht tatenlos geblieben. Die federführende SWG informiert ebenfalls aus Anlass der öffentlichen Planauflage (noch bis 10.11.2014 in der Baudirektion) und lädt diesen Samstag zu einem Rundgang zum Projekt auf den Grenchenberg ein (Besammlung 8.30 Uhr, Eingang SWG auf dem Marktplatz).