Diesen Samstag läuten die Krachwanzen mit dem Guggentreff Bettlach die Vorfasnacht ein. Doch das ist nicht alles. Bereits laufen die Vorbereitungen für die Fasnacht auf Hochtouren. Denn am 1. März 2019 findet die 20. «Höllefuer» statt, die Monsterparty, die Fasnächtler aus der ganzen Region anzieht. Diesmal hat die Gugge ein Sujet gewählt, das sie einige Jahre lang für das Jubiläum aufgespart hat: Hollywood.

«Wir wollten ein Motto, zu dem sich die Leute vielfältig verkleiden können», sagt Simon Gunzinger. Damit die Vorarbeit für die Fasnacht möglichst gleichmässig verteilt wird, haben die Krachwanzen für unterschiedliche Aufgaben verschiedene Organisationskomitees gebildet. Gunzinger ist OK-Chef der Höllefuer. Der junge Posaunist ist eine Krachwanze zweiter Generation, gehören doch sein Vater und seine Mutter ebenfalls zur Gugge. «Sie sind beide nicht seit der Gründung (1986) dabei, sondern später beigetreten, erklärt er. Letztes Jahr sei das letzte aktive Gründungsmitglied gestorben.

Die Höllefuer sei aus dem Erbe der Fasnachtsparty im Kronensaal entstanden, sagt Simon Gunzinger. Als die Organisatoren dieses Anlasses, einige Bettlacher Lehrer, Nachfolger suchten, hätten die Krachwanzen die Freitagsparty adoptiert und aus Platzgründen in die Mehrzweckhalle Büelen verlegt.

Lob dem alten Prokischreiber

Seit Beginn des Herbstes malen die Krachwanzen an der Hollywood-Dekoration der Büelenhalle, wo die meisten Fasnachtsanlässe stattfinden. In Gruppenarbeit entstehen mithilfe des guten alten Hellraumprojektors grosse, farbenprächtige Panneaux, richtige Hingucker. Schliesslich sollen sich die Marilyn Monroes, James Deans und Humphrey Bogarts an der Fasnacht heimisch fühlen.

Einen Vorgeschmack auf die Fasnacht, noch ohne Deko, aber mit ebenso guter Stimmung, gibt es bereits diesen Samstag. Die Krachwanzen laden zum Guggentreff in die Mehrzweckhalle. Anders als an der Höllefuer, an der nur Erwachsene Zutritt haben, sind am Samstagabend Gross und Klein willkommen. Die Party dauert von 19.30 Uhr bis 2 Uhr früh. So können die Nachtschwärmer am Sonntag, dem auch im Kanton Solothurn zunehmend verbreiteten Fasnachtsbeginn, ausschlafen. Neben den Krachwanzen spielen aus dem Kanton Luzern die Noggeler und die Sonnechöbler auf. Natürlich haben auch die Selzacher Nuggi Guggi und die Schnabuwetzer einen Auftritt.

Was die Gastgeber angeht, so bestreiten die Krachwanzen die kommende Fasnacht als Eulen. Ein Sujet, das beim Kostüm und für die Airbrush-Schminkkunst sehenswerte Möglichkeiten bietet.

Auftritte im Ausland

In der Schweizer Guggenszene sind die Krachwanzen, derzeit rund 45 an der Zahl, über die Region hinaus bekannt. «In der Szene halten sich Geben und Nehmen die Balance», erklärt Simon Gunzinger. Auf dieser Basis werden in der Regel Gastauftritte vereinbart. Darüber hinaus blicken die Krachwanzen auf eine Reihe von Auftritten im Ausland zurück, zum Beispiel in Feldkirch und in Belgien.

«Vor fünf Jahren hatten wir sogar die Gelegenheit am Weltcup in Adelboden zu spielen», erinnert sich Simon Gunzinger. «Das war ein ganz besonderes Erlebnis.» Eine Ehre, die einer Gugge, wenn überhaupt, nur in beträchtlichen zeitlichen Abständen zuteilwerde.

Höllefuer: wieder freie Plätze

Zurück zur Höllefuer: Um 2010 herum platzte die Monsterparty jeweils fast aus den Nähten. Die Organisatoren mussten aus Sicherheitsgründen respektive feuerpolizeilichen Vorschriften immer wieder Fasnächtler abweisen. Weil sich das herumgesprochen hatte, kehrte der Wind. In den letzten zwei oder drei Jahren war die Höllefuer nach Aussage von Gunzinger nicht mehr ausverkauft. «Wir haben Platz, und originelle Masken sind sehr willkommen, ganz besonders, wenn sie zum Motto passen», wirbt er für das grosse Fest. «Je spektakulärer und aufwendiger gemacht eine Verkleidung ist, desto besser sind die Chancen bei der Maskenprämierung um Mitternacht. Da gibt es tolle Preise zu gewinnen, gesponsert von einheimischen Firmen.»
Anders als früher gibt es inzwischen die Möglichkeit sich beim Tanzen zwischendurch auszuruhen. «Wir stellen seit zwei Jahren auf der Bühne Sitzbänke auf», sagt der OK-Chef der Höllefuer.