Grenchen
Die verunglückte Dewoitine ist wieder flügge

Nach einem Unfall vor einem Jahr war die historische Dewoitine D 26 des Grenchner Vereins Hangar 31 flugunfähig. Jetzt fliegt sie wieder und ist schöner den je.

Andreas Toggweiler
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Die Dewoitine D26 ist fertig repariert und wird am 3.August 2017 der Öffentlichkeit präsentiert
21 Bilder
Peter Brotschi übergibt den Ruag-Leuten Fotos vom ersten Flug
Pilot Paul Misteli erklärt, welche Reparaturen am Flugzeug vorgenommen wurden, rechts Vereinspräsident Peter Brotschi
Chefpilot Hangar 31, Paul Misteli
Der Probeller ist aus Eschenholz
Stillleben mit Holzpropeller und Sternmotor-Auspuff
Adrian Heer, Leiter Berufliche Bildung Ruag.01
Adrian Heer, Leiter Berufliche Bildung Ruag
Paul Wermelinger von der Ruag, erklärt die ausgeführten Reparaturen
Adrian Heer und Paul Wermelinger von der Ruag, posieren vor der Dewoitine
Adrian Heer übergibt Chefpilot Paul Misteli ein Zielfernrohr
Technik, die begeisert
Es gibt viel zu fotografieren
Es gibt viel zu fotografieren
Es gibt viel zu fotografieren
Der Pilot, die Frau und das Kind
Zaungäste beobachten, wie die Dewoitine in Fahrt kommt
Die Dewoitine hebt ab
Die Dewoitine fliegt wieder
Die Dewoitine zieht ein paar Ehrenrunden

Die Dewoitine D26 ist fertig repariert und wird am 3.August 2017 der Öffentlichkeit präsentiert

Hanspeter Bärtschi

Am 19. August 2016 ist die historische Dewoitine D 26 des Grenchner Vereins Hangar 31 beim Landen verunglückt. Der zum Glück glimpflich verlaufene Unfall hat zu kleineren Schäden am Flugzeug geführt, so ist der Propeller gebrochen und einige Partien wurden eingedrückt.

Der Oldtimer-Flieger Dewoitine D 26 landet bei Wittinsburg BL auf dem Rücken in einem Maisfeld.

Der Oldtimer-Flieger Dewoitine D 26 landet bei Wittinsburg BL auf dem Rücken in einem Maisfeld.

Polizei Basel-Landschaft

Polizei Basel-Landschaft

Nur wenige Tage vorher waren Vertreter der Firma Ruag in Grenchen gewesen, um den Auspuff des Oldtimers zu begutachten. «Dieser war schon seit einiger Zeit unser Sorgenkind, mussten wir doch fast nach jedem Flug irgend ein Brandloch reparieren», erklärte Peter Brotschi, Präsident des Vereins Hangar 31, am Donnerstag gegenüber den Medien.

Die ramponierte Dewoitine zurück im Hangar. (Archiv)

Die ramponierte Dewoitine zurück im Hangar. (Archiv)

Andreas Toggweiler

Ruag spendiert neuen Auspuff

Die Zwangspause wurde somit auch genutzt, um die marode Auspuffanlage zu ersetzen. Bei einem Neunzylinder-Sternmotor eine nicht ganz einfache Sache. Doch wurde man bei der Firma Ruag fündig. Das Unternehmen hat sich bereit erklärt, der Dewoitine zu einem neuen Auspuff zu verhelfen - als Sponsoringprojekt, wie Firmenvertreter erklärten. Ansonsten hätte der Verein gut und gerne 15'000 Franken allein für dieses Ersatzteil aufwenden müssen.

Angefertigt wurde das Stück von Lernenden der Ruag in Emmen unter der Leitung von Paul Wermelinger, Berufsbildungsverantwortlicher Anlagen- & Apparatebau, wie Adrian Heer, Leiter berufliche Bildung bei Ruag erklärte. «Wir legen Wert darauf, dass unsere Lernenden nicht nur Edelschrott produzieren, sonder Produkte, die man auch gebrauchen kann - in diesem Sinne war dies für uns ein ideales Projekt» so Heer.

«Zur Herstellung des Teils war viel Handarbeit nötig und es wurden auch Produktionstechniken angewandt, welche heute nicht mehr geläufig sind», erklärte Wermelinger das Vorgehen. Umso glücklicher sei man gewesen, dass die Sonderanfertigung fast perfekt gepasst habe.

«Das passt ausgezeichnet», meinte auch Peter Brotschi, «wurde doch die Dewoitine 1931 von der Eidgenössischen Konstruktionswerkstätte Thun, einer Vorläuferfirma der Ruag, gebaut.» So hat man quasi ein Original Ersatzteil. Bei der Überholung des Flugzeuges durch Mobile Air in Bex (VD) gabs auch einen neuen zweiblättrigen Propeller aus Eschenholz, der in Deutschland gefertigt wurde.

«Er liefert zwar etwas weniger Steigleistung, dafür kann man schneller Fliegen», berichtete Chefpilot Paul Misteli nach ersten Testflügen. Und schliesslich gabs für die Dewoitine auch noch ein neues Funkgerät.

Kleine Flugshow

Für die Vorführung des Fluggeräts stürzte sich Misteli in seinen Fliegeroverall und drehte für das staunende Publikum ein paar Platzrunden. Am Samstag wird das Flugzeug übrigens am Oldtimer-Meeting auf dem Birrfeld ausgestellt.

Vor zwei Jahren wurde die 86-jährige Dewoitine, die bis 1964 in Grenchen als Schleppflugzeug im Einsatz war, vom Verein Hangar 31 nach Grenchen zurückgebracht und wird in flugfähigem Zustand erhalten.