Kunsthaus Grenchen
Die UBS erklärt die Kunst, richtig anzulegen

Die UBS Region Solothurn hält ihren Finanz- und Wirtschaftsausblick im Kunsthaus Grenchen ab. Diesmal wurde der Event mit dem Künstler Kotscha Reist verbunden, dessen Werkkatalog mithilfe der Grossbank herausgegeben wurde.

Andreas Toggweiler
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Vor den Bildern des Berner Künstlers Kotscha Reist sprach Aktienstratege Michael Klien über die Finanzmärkte.

Vor den Bildern des Berner Künstlers Kotscha Reist sprach Aktienstratege Michael Klien über die Finanzmärkte.

Die UBS Region Solothurn trifft sich alljährlich mit ihren Kundinnen und Kunden im trendigen Grenchner Kunsthaus-Neubau, um in künstlerisch inspirierter Umgebung über Anlageperspektiven zu informieren. Diesmal war der Finanz- und Wirtschaftsausblick mit der aktuellen Ausstellung des Berner Künstlers Kotscha Reist verbunden. Der Werkkatalog konnte unter anderem dank der Unterstützung der Grossbank herausgegeben werden.

René Barrer, Leiter Wealth Management Solothurn, konnte auch diesmal ein zahlreiches Publikum zu dieser speziellen Mischung aus Finanzmarkt-Facts, Prognosen und Kunstsinn begrüssen. Zwar musste der UBS-Chefökonom diesmal (wegen Blinddarmoperation) passen, der ökonomische Part wurde deshalb vom Aktienexperten Michael Klien übernommen.

«Wer spart, zahlt drauf»

Noch heute sitzt vielen Anlegern das Datum vom 15. Januar 2015 in den Knochen, als die Schweizerische Nationalbank Negativzinsen einführte. Zwar sei dies auch als Medizin für die Exportwirtschaft gedacht. «Doch jede Medizin hat Nebenwirkungen», so Klien. Die «finanzielle Repression» führe mitunter zu Fehlallokationen von Kapital. Denn ein Regime, «bei dem jeder, der spart, noch draufzahlen muss», verkleinert das Universum für renditesuchendes Kapital doch beträchtlich.

Kein Wunder also, dass Klien vornehmlich Aktienanlagen empfiehlt und dies, obwohl Aktien heute teilweise schon recht teuer seien, wie er einräumte. Seine Empfehlung wurde denn auch begleitet von einer «3-D-Regel»: Diversifizieren, diversifizieren und nochmals diversifizieren. Denn so würden die Risiken verteilt, in einer Welt, die nicht erst seit Brexit und Trump viel Unruhe und Unsicherheit in die Finanzmärkte bringe.

Kliens Empfehlung fusst auf Überlegungen bzw. Prognosen zum Wachstum der Weltwirtschaft. Global gesehen sei mit einem beschleunigten Wachstum von 3,5 Prozent für das laufende Jahr zu rechnen. Bei den Unternehmensgewinnen werde das Wachstum in den USA mit 11 Prozent gar zweistellig sein, gefolgt von 9 Prozent in der Eurozone und immerhin 5 Prozent in der Schweiz. «Wir empfehlen US-Aktien überzugewichten.»

Auch die sich abzeichnende Zinswende mache Obligationen aufgrund des zu erwartenden Wertezerfalls riskant. Langristig empfiehlt Klien in den Themen Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Alterung der Gesellschaft investiert zu sein.

Gefragte Bilder

Im zweiten Teil des Abends interviewte Kunsthaus-Leiterin Claudine Metzger Kotscha Reist. Dieser stellte beispielsweise fest, dass die Malerei in den Kunsthochschulen eine Renaissance erlebe. «Die Jungen haben offenbar das Bling-Bling der digitalen Welt allmählich satt», meinte der Künstler, der selber auch unterrichtet. «Klassische, gemalte Bilder erzielen auf dem Kunstmarkt immer noch die besten Preise», so der Anlagetipp des Künstlers.