Grenchen
Die Tochter des Gründers der Uhrenfabrik Amida lebt jetzt als Mormonin in den USA

Vor 68 Jahren emigrierte die Grenchner Familie Joseph Zwahlen in die USA, um dort im Kreise der Kirche Jesus Christi der Heiligen der letzten Tage - bei uns besser bekannt als Mormonen - ein neues Leben zu beginnen. Ein Besuch.

Mike Brotschi
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Besuch bei Josy de Hoyos
3 Bilder
Amida Direktor Joseph Zwahlen mit Familie (Josy hinten rechts).
Josy, wie sie vielleicht einzelnen Grenchnern noch in Erinnerung ist (Gemälde von G. Matter, 1948).

Besuch bei Josy de Hoyos

Zur Verfügung gestellt

Die Auswanderung war lange geplant, doch die Ausreise erfolgte dann doch Hals über Kopf, weil die Visa eher ausgestellt werden konnten. So verkaufte der damals 72-jährige Joseph Zwahlen seine Uhrenfabrik Amida seinem Neffen Ernst Triebold. Nachdem er auch seine Liegenschaften veräussert hatte, brach die Familie am 15. Oktober 1949 nach Amerika auf.

12 Kinder, 38 Enkel

Der Autor stiess bei einer Recherche nach den Vorbesitzern seines Hauses an der Werner Strub-Strasse im Internet auf die Familie in Utah. Seit 2009 ist man dank den Internet-Kommunikationskanälen (Mail, Facebook, Whats-App) miteinander in Kontakt. Josephine de Hoyos-Zwahlen, wie die Tochter von Joseph Zwahlen seit ihrer Heirat mit einem Mexikaner heisst, ist heute 81-jährig, hat 12 Kinder, 38 Enkelkinder und 30 Ur-Enkelkinder. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in Provo, Utah, wo sie gegenwärtig von ihrer ältesten Tochter Cindy tatkräftig unterstützt wird. Bei einem Besuch anlässlich einer Amerikareise diesen Herbst empfing sie uns nach so langer Zeit mit fast akzentfreiem Schweizerdeutsch.

Als Mitbringsel überbrachten wir eine Videobotschaft ihrer damaligen Klassenkameraden der Bezirksschule Grenchen. Andreas Fankhauser, Hugo Mühlemann und Carlo Paravicini sowie ihr damaliger Nachbar Silvio Ferrari blickten in ihren Beiträgen auf die Zeit in Grenchen zurück.

Schöne Erinnerungen

Josy, wie sie genannt wurde, erinnert sich auch heute noch sehr gut an ihre Jugendjahre in Grenchen. Wie sie zum Beispiel dem jungen Carlo, welcher im damaligen Grenchnerhof die Kegel in der Kegelbahn stellte, damit er sich mit dem Geld ein Velo kaufen konnte, ab und zu etwas zu Trinken brachte. All ihre Erinnerungen hat die vife Frau in ihren Memoiren niedergeschrieben und als Buch ihren Nachkommen geschenkt. Eine Übersetzung wird bald im Grenchner Stadtwiki veröffentlicht.

Die Geschichte ihres Vaters Joseph Zwahlen hat sie ebenfalls verewigt. Sie ist im Stadtwiki bereits auf Deutsch publiziert (wiki.stadtgeschichte-grenchen.ch).
Josefine de Hoyos-Zwahlen ist in ihrem Herzen eine Schweizerin geblieben. Es geht kein Tag vorbei, an welchem sie nicht an ihre unbeschwerten Jahre in Grenchen zurückdenkt. Davon zeugen unzählige Fotos, Souvenirs und Andenken.

Ganz speziell ist die Zinnkanne im Wohnzimmer, welche ihr Vater vom Personal der Amida zum 70. Geburtstag geschenkt bekam. Sie würde sich darüber freuen, wenn sich noch jemand an sie erinnern würde. Ihre Mailadresse lautet wie folgt:
josydehoyos@gmail.com

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