Im Herbst 2018 wandte sich der Garagist der City-Garage an die Stadt, die Robinien auf der Solothurnstrasse würden für ihn zunehmend zum Problem. Die Bäume produzieren nebst Laub eine ganze Menge Blütenblätter und weitere Biomasse, was nicht grade eine Zier sei für seine Ausstellungsfahrzeuge, die er auf den Parkplätzen vor der Garage abstellt. In den letzten Tagen konnte man sich davon einmal mehr überzeugen. Auch sondern die Robinien in der warmen Jahreszeit Honigtau ab, welcher als klebrige Masse nach untern fällt.

Zweierlei Probleme

Die Bäume wurden im Zuge der letzten Umgestaltung des Stadtzentrums gepflanzt, als die viel befahrene Kantonsstrasse zurückgestuft und umgestaltet wurde. Sie sind schon recht gross und können bis zu 20 Meter hoch werden und acht bis zehn Meter breit. Die Bäume wachsen um einen halben Meter pro Jahr. Insgesamt fünf Robinien stehen zwischen der Kapellstrasse-Kreuzung und dem Zytplatz, zwei vor besagter Garage und drei vor dem ehemaligen EPA-Gebäude und heutigen Gewerbe- und Apartmenthaus.

Irgend einmal - die Stadt ist der Ansicht schon heute - sind sie für diesen Standort zu gross und auch die Baumpflege wird immer schwieriger. Weil sie an die Fassade des EPA-Gebäudes heranwachsen, müssen sie jeweils mit einer Hebebühne zurückgeschnitten werden. Optisch passen die Bäume damit auch immer schlechter zu den Eschen, die auf der Südseiteder Strasse vor der Raiffeisenbank gepflanzt wurden und die viel kleiner sind.

Stelen statt Bäume

Jene Bäume haben übrigens ebenfalls ein Problem. Sie dürften irgendwann Opfer des grassierenden Eschentriebsterbens werden, dem in Grenchen schon etliche Bäume ihrer Art zum Opfer gefallen sind. Ein Handlungsbedarf scheint tatsächlich da, nördlich und südlich der Strasse. Was also tun? Gemäss Informationen dieser Zeitung sollen die Robinien demnächst gefällt werden, die Eschen, sobald es die grassierende Baumkrankheit erfordert. Geplant ist, dass an den Standorten der Robinien ähnliche bewachsene Stelen angebracht werden, wie man sie bereits vom westlichen Teil der Solothurnstrasse zwischen Bachstrasse und Löwenkreuzung kennt.

Was ein einheitliches Bild zwischen den beiden Hauptkreuzungen im Stadtzentrum ergeben würde. So oder so dürfte die geplante Baumfällung aber Reaktionen auslösen. Weshalb wohl seitens der Stadt bis jetzt auch niemand offiziell Stellung nimmt, bzw. auf später vertröstet. Dabei könnte eine Diskussion vielleicht auch zu anderen Lösungen führen.

Was beispielsweise, wenn der Garagist seine Autos westlich seiner Garage, auf den südlichen Plätzen des EPA-Parkplatzes ausstellen könnte und dafür die durch Robinien «belasteten» Plätze öffentliche Parkplätze würden? Allerdings stehen bei der Südeinfahrt des EPA-Parkplatzes auch zwei Bäume. Die sind aber viel kleiner als die Robinien.

Kaum nachhaltig

Wie nachhaltig ein solcher «Parkplatztausch» wäre, ist sowieso fraglich. Ist doch mittelfristig die Überbauung des EPA-Parkplatzes geplant. Der Trottoirunterhalt im Bereich der City Garage ist jedenfalls aufgrund des öffentlichen Wegrechts in der Pflicht der Stadt Grenchen.