Alle bestehenden Gebäude auf dem Gelände werden abgerissen und durch einen neuen, modernen Bau ersetzt. Der Neubau soll in puncto Haustechnik und Heizung den modernsten Anforderungen genügen und dem Minergie-Standard entsprechen. «Unser neues Zuhause soll Vorzeigecharakter aufweisen», sagt Per Just, Direktor der SWG.

Damit will man zwei Fliegen auf einen Streich schlagen: Durch die Konzentration auf einen Standort will man einerseits effizienter als bisher arbeiten und andererseits schlecht oder nicht genutzte Grundstücke einem neuen Zweck zuführen. «Städtebaulich eine höchst interessante Sache», erklärt Just. Denn das wertvolle Gebiet rund um den Neubau möchte man verkaufen. Nahe vom Südbahnhof, zentral und repräsentativ gelegen, könne man sich auf dem Gelände nördlich und westlich des Neubaus gut eine neue Überbauung vorstellen.

Altlasten müssen beseitigt werden

Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, erklärt er weiter, denn einige Herausforderungen müssten vorher angepackt werden. «Wir haben dort Altlasten im Boden, wie man sie bei jedem ehemaligen städtischen Gaswerk findet», erklärt Just: Durch die früher gängige Art der Kohlevergasung entstanden Schlackenabfälle. Und da das Umweltbewusstsein in früheren Jahren nicht besonders ausgeprägt war, liess man diese Rückstände einfach an Ort und Stelle in den Boden laufen. «Wir haben nun verschiedene Kohlewasserstoff-Verbindungen im Boden, und man kommt nicht darum herum, diese Böden zu sanieren, wenn man etwas Neues darauf bauen will.» Aufgrund von Sondierbohrungen könne man das Ausmass der Verschmutzung, Standorte und Konzentration ziemlich genau bestimmen, sagt Just. «Einen Teil des Aushubmaterials, ein paar Hundert Kubikmeter, muss man in Sondermüll-Öfen verbrennen, einen anderen Teil kann man auf Deponien lagern.»

Im Voraus könne man die Kosten schlecht abschätzen, meint Just, es gebe unter Umständen auch finanzielle Beiträge von Bund und Kanton, aber einfach werde das sicher nicht. «Für die SWG wäre es eigentlich am kostengünstigsten, gar nichts zu tun, aber dann hätten wir zwei Grundstücke, die gar nicht oder nur schlecht genutzt werden.»

Gasannahmestation wird versetzt

Um das Grundstück einer Neunutzung zuzuführen, ist die Versetzung der zentralen Gasannahmestation, die sich nördlich der weithin sichtbaren Gaskugel befindet, unumgänglich. «Rund um diese Gasannahmestation, wo die Hochdruckleitung vom Bucheggberg her ankommt und in welcher das Erdgas auf das Stadtnetz verteilt wird, besteht eine Schutzzone mit einem Radius von 20 Metern, innerhalb derer nichts neu gebaut werden darf», erklärt Just. Die Gasannahmestelle werde man in den Bucheggberg verlegen. Eine 70-bar-Leitung verläuft von Westen her durch das Gebiet. In der Nähe von Hessigkofen befindet sich schon jetzt eine Druck-Reduzierstation mit einem Abzweiger nach Grenchen. Dorthin wolle man die Gasannahmestation verlegen und eine neue viereinhalb Kilometer lange 5-bar-Leitung nach Grenchen verlegen.

Des Weiteren will man die westlich des Brühls gelegene Unterstation, über welche der Strom in die Stadt eingespeist, ins Untergeschoss des neuen Betriebsgebäudes verlegen. «So haben wir noch einmal 3300 Quadratmeter Gelände an bester Lage, das wir verkaufen können.»

Architektonische Qualität gefordert

Stadtbaumeister Claude Barbey sieht Potenzial für die Grundstücke: «Es ist sehr positiv und begrüssenswert, dass die Gasannahmestelle aus dem Siedlungsgebiet verschwindet. Das Gelände liegt in der Arbeitszone 1, wo eine gemischte Nutzung mit Gewerbe, Wohnen und Dienstleistungen vorgesehen ist. Die attraktiven Grundstücke und neuen Überbauungen sollen eine Visitenkarte bei der südlichen Eingangspforte zur Stadt darstellen. Man muss mit Sorgfalt auf die architektonische Qualität achten», sagt der Stadtbaumeister. Die SWG als Bauherrin unterliege dem Submissionsreglement, was eine öffentliche Ausschreibung vorschreibe und zum Beispiel einen Architekturwettbewerb erfordere.

Der Gestaltungsplan wurde vom Regierungsrat genehmigt. Im Spätherbst könnte nach Auflage, Ablauf der Fristen und Baubewilligung der Spatenstich erfolgen, das neue Gebäude ein Jahr später bezugsbereit sein.