Rüti

Die Superfünfkämpfer in Rüti liessen nicht nur ihre Muskeln spielen

Bereits zum dritten Mal fand in der Seeländer Gemeinde Rüti der Superfünfwettkampf der Ortsvereine statt. 28 Mannschaften der verschiedenen Gruppierungen nahmen am Wettkampf teil.

Das Spezielle des Anlasses in Rüti ist, dass für einmal nicht der finanzielle Aspekt oder das Erreichen von Spitzenresultaten im Vordergrund stehen, sondern einzig und allein der Plausch und das gemütliche Beisammensein. Für den Initianten und OK-Präsidenten, Hans Glauser, ist klar: «Wir wollen mit diesem Anlass die Ortsvereine und die Bevölkerung einander näherbringen».

Auch in diesem Jahr sei dieses Ziel ausgezeichnet erreicht worden. Obwohl die Rütiger Bevölkerung sich eher bedeckt zeigte, seien aus der näheren Umgebung viele Fans bei den Events anwesend gewesen, so Glauser weiter.

Schützengesellschaft bietet Anleitung

28 Mannschaften der verschiedensten Gruppierungen nahmen am Wettkampf teil. Sie massen ihr Wissen, ihre Geschicklichkeit und ihre Geduld in fünf verschiedenen, recht speziellen Disziplinen. Beim Schiessen auf 300 Meter wurden auch Nichtschützen und Anfänger durch kundige Führung der Schützengesellschaft sicher und professionell zur richtigen Manipulation des Gewehres und, wenn es möglich war, auch zu einer mehr oder weniger guten Treffsicherheit angeleitet.

Das Zielfischen beim Fischerhaus war auch für viele Mitwirkenden eher ungewohnt, galt es doch, den Köder möglichst genau ins Ziel zu dirigieren. Das Hornussen, welches durch das Schweizer Fernsehen vor nicht allzu langer Zeit der breiten Öffentlichkeit noch näher gebracht wurde, erwies sich auch als nicht so einfach, wie es aussehen mag. So mussten doch einige Mitwirkenden mit null Punkten das Areal verlassen, was jedoch der Stimmung keinen Abbruch tat.

Neu in diesem Jahr: Das Platzgen

Platzgen ist eine Schweizer Sportart, die vor allem im Kanton Bern gespielt wird. Das Ziel des Spiels besteht darin, eine speziell gefertigte Metallscheibe, die «Platzge», von höchstens 18 cm Durchmesser und einem bis drei Kilogramm Gewicht über eine Distanz von 17 Metern bei den Herren beziehungsweise 11,5 Meter bei den Damen, in ein kreisförmiges Ziel aus Lehm, das «Ries», zu werfen. Das Ries hat einen Durchmesser von 1,4 Metern und ist hinten um 25 Zentimeter erhöht.

In der Mitte des Rieses befindet sich ein 35 bis 40 Zentimeter hoher eiserner Stock, der «Schwirren», der senkrecht zur Zieloberfläche steht. Die maximale Punktzahl von 100 ist dann erreicht, wenn die Platzge den Schwirren berührt. Für jeden Zentimeter Abstand vom Schwirren wird ein Punkt abgezogen. Diese, für viele total unbekannte Sportart, erfreute sich jedoch einer besonderen Beliebtheit.

Test des Allgemeinwissens

Speziell zu vermerken gilt es noch, dass sämtliche Teilnehmenden die verschiedenen Standorte entweder mit dem Velo oder zu Fuss bewältigten. Zum Schluss trafen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Schulhaus, wo sie auf ihr Allgemeinwissen getestet wurden. Nach der Anstrengung des Parcours brachten die teils recht kniffligen Aufgaben so manchen Kopf zum Rauchen.

Bei einer ausgezeichneten Stimmung liess es sich Gemeindepräsident Walter Eggli nicht nehmen, die Rangverkündigung höchstpersönlich vorzunehmen. Er verstand es gekonnt, mit seiner markigen Rede das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Da es nicht um Preise ging, sondern die Teilnahme entscheidend war, erhielten der Erst- und Letztplazierte den gleichen tosenden Applaus.

Sieger: Hornussergesellschaft Rüti

Zum dritten Mal hintereinander konnte sich die Hornussergesellschaft Rüti als Sieger feiern lassen. Ebenfalls drei Mal hintereinander wurde das Team «Lifeguards» auf dem Ehrenplatz platziert. Den dritten Podestplatz holte sich das Team «Spitzesportler Buechibärg».

Der Anlass wurde mit einem Unterhaltungsabend umrahmt. Eingeleitet wurde das Programm durch Mitglieder der Gruppe «Zumba Sue fitness» aus Rüti. Dabei bewiesen die Tänzerinnen nicht nur Charme und Anmut, sondern auch ihre beachtenswerte Kondition. Am Schluss der Darbietung wurde auch das Publikum eingeladen, auf der Bühne mitzutanzen, wobei so mancher Schweisstropfen vergossen wurde, aber trotzdem eine tolle Stimmung herrschte.

Poppiger Ländlersound

Anschliessend spielten die «Örgeliknakker» mit poppigem Ländlersound auf. Sie verstanden es, das Publikum mit rassiger Musik bestens zu unterhalten. Auch der bekannte «DJ Cactus» lief ebenfalls zur Bestform auf.

Der gelungene Anlass fand allerseits grosses Lob und Anerkennung. Auf Anfrage zeigte sich auch Walter Gerber, Chef der Festwirtschaft, sehr zufrieden. «Die Arbeit mit meinem Team war, wie immer, ausgezeichnet. So macht es Spass etwas organisieren zu helfen.» Nun freuen sich alle schon auf die nächste Durchführung.

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