74 kommunale Polizeikorps, bzw. deren Kommandanten sind in der Schweizerischen Vereinigung Städtischer Polizeichefs organisiert. «Unser Thema ist die Polizeiführung in den Städten und spezifische Polizei-Doktrinen im urbanen Umfeld», umriss der abtretende Präsident Fritz Lehmann (Winterthur) die Tätigkeit der Vereinigung. «Der Druck auf den öffentlichen Raum in den Städten hat klar zugenommen. Alle wollen ihn nutzen und Wert abschöpfen. Das führt zu Konflikten.»

Mehr Mitglieder denn je

Lehmann, der sein Amt heute turnusgemäss nach drei Jahren an seinen Nachfolger Ralph Hurni (St. Gallen) übergibt, zeigte sich vor den Medien überzeugt, dass in einer sich stetig wandelnden Polizeilandschaft die stärken lokaler Polizeikorps noch wichtiger seien. Eine bürgernahe Polizei sei mehr denn je gefragt, und der Trend gehe entgegen der medialen Wahrnehmung auch in diese Richtung. «Wir haben heute einen bisher nie da gewesenen Mitglieder-Höchststand», so Lehmann.

Die Integration von Stadt- in Kantonspolizeien erfolge in der Regel aus Kostengründen. Entwicklungen wie in Olten und Neuenburg seien «schmerzliche Vorgänge», aber auch Ansporn, sich noch mehr Gehör zu verschaffen und die Vorteile des «Community Policing» zu kommunizieren. Er bedankte sich bei Robert Gerber, alt Polizeikommandant von Grenchen und Organisator der GV, der sich auf allen Ebenen stets für die Stadtpolizeien eingesetzt habe. Ralph Hurni, der neue Präsident, will die bereits 96 Jahre alte Vereinigung weiterentwickeln und allenfalls die Strukturen überprüfen, wie er sagte.

Die Polizeichefs hielten gestern Nachmittag eine Fachtagung ab, an der unter anderem auch der Solothurner Stadtpolizeichef Peter Fedeli referierte. Danach stand eine Besichtigung des Velodrome auf dem Programm und am Abend ein Gala-Diner im Restaurant Parktheater.