Ferienlektüre
Die Stadtbibliothek Grenchen hat ferienhalber Hochbetrieb

Auch während der Schulferien müssen Leser nicht verhungern: Augenschein bei der ersten Ferienausleihe. Jeweils am Mittwochnachmittag von 14 bis 19 Uhr ist die Stadtbibliothek auch während den Ferien geöffnet.

Daniel Trummer
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Karin Burkhalter legt grossen Wert auf Beratung und hilft auch den Jüngeren ihrer Kunden.

Karin Burkhalter legt grossen Wert auf Beratung und hilft auch den Jüngeren ihrer Kunden.

Daniel Trummer

Auf dem Pult stapeln sich Bücher. Hier werden Rückgaben und Ausleihen elektronisch erfasst. Es herrscht Hochbetrieb. Viele Kinder sind allein oder mit ihren Eltern gekommen. Ihre verschlungenen Bücher haben sie bereits zurückgegeben und verziehen sich zielgerichtet in die Kinderabteilung.

An die 57000 Medien, Bücher und Hörbücher werden pro Jahr von der Stadtbibliothek ausgeliehen. «Heute gehen rund 600 Bücher weg», schätzt die Stadtbibliothekarin Brigitte Stettler. Seit mehr als 30 Jahren ist sie für ihre grossen und kleinen Kunden vertraute Ansprechperson. Die meisten Kinder und Jugendlichen kennt sie mit dem Vornamen und schafft so familiäre Atmosphäre. «Ein Leben ohne Kinder wäre trostlos», sagt sie und erklärt damit auch ihren respektvollen Umgang mit den jungen Gästen, die so keine Schwellenängste kennen lernen.

Nicht immer wird man fündig

Enttäuschung ist in den Augen von Max Lauber auszumachen. «‹Momo› ist schon weg», erzählt er. Den Inhalt des Romans von Michael Ende kennt er zwar schon, möchte ihn aber nochmals lesen. Brigitte Stettler und ihre Mitarbeiterin, Karin Burkhalter, geben sich alle Mühe, den Titel noch aufzufinden. Aber «Momo» bleibt weg. Max, der Viertklässler, hat sich nun zwei Globibücher behändigt und den ersten Band von Jim Knopf. Er kennt die Geschichte vom Trickfilm und wird sich im Ferienhaus im Wallis intensiv mit Jim und Lukas dem Lokomotivführer beschäftigen.

Detektivabenteuer sind immer noch populär, Geschichten von Meerjungfrauen und Prinzessinnen auch. Die Serie «3 Ausrufezeichen» boomt, und absoluter Renner ist der Titel «Gregs Tagebuch», ein Comic-Roman», berichtet Stettler.

Ruth Wegmüller steht vor den Taschenbüchern. In den Ferien wird sie weit weg fliegen. «Eine Reise ohne Bücher ist für mich unvorstellbar», weiss sie aus Erfahrung. Eine Handvoll Taschenbücher wird ihr Reisegepäck kaum belasten. Der 3-jährige Benjamin Käch ist mit der Mutter da. Ein Bilderbuch mit Traktoren und Baggern hat er ausgesucht. Die Familienferien waren kurz, Benjamins Arm ist eingegipst und Grund für den Unterbruch.

«Heit Dir zNöischte scho?»

Ein Vater trägt die Bücherbeige seiner Tochter zum Tisch. Sie hat ausgewählt und wird sich etwas gedulden müssen, bis ihr Vater bei Romanen und Sachbüchern fündig wird. Sommerzeit ist Lesezeit, auch für Ursula Bischof. «Kennen sie die Krimis von Martin Walker?», fragt jemand, schwärmt vom Schreibstil des schottischen Autors, von seiner Romanfigur «Bruno, Chef de police», den er im südwestfranzösischen Périgord ermitteln und kochen lässt. Die greifbaren Titel von Walker sind alle ausgeliehen. Bischof hat trotzdem spannendes und leichtes Lesefutter entdeckt.

«Heit Dir zNöischte scho?», lautet oft eine Frage, wie die beiden engagierten Frauen in der Grenchner Stadtbibliothek berichten. Die Kunden interessieren Neuerscheinungen, beispielsweise von Nicholas Sparks, Susanna Schwager, Milena Moser oder Donna Leon.

Auch Wohn- und Gartenratgeber werden oft verlangt und natürlich Kinder-und Bilderbücher. Stettler und Burkhalter sind auf neuestem Stand,gut informiert und beraten gern. Viellesern geht die Literatur nie aus und Neuentdeckungen sind garantiert.

Die Stadtbibliothek Grenchen öffnet die Regale jeweils am Mittwochnachmittag von 14 bis 19 Uhr (ausgenommen am 1. August).