Bettlach

Die Schmuckuhren im Jowissa-Neubau sollen vor allem Touristen locken

Jowissa, die Bettlacher Herstellerin von Schmuckuhren, will im Dezember in den Neubau umziehen. Neben der Firma umfasst dieser auch fünf Wohnungen und eine Filiale der Migros Aare.

Im Rahmen eines Parteianlasses der FDP Bettlach hat die Firma Jowissa erstmals die Türen ihres repräsentativen Neubaus an der Dorfstrasse für das Publikum geöffnet.

Dieses benützte diese Gelegenheit in grosser Zahl. Laut Jowissa-Geschäftsführer Simon Wyss wird die Firma im Dezember die Produktion in den neuen Räumen aufnehmen.

Am Rundgang erläuterte Simon Wyss die Geschichte des neuen Gebäudes, das nebst den Produktionsräumen der Uhrenfirma auch fünf Wohnungen und eine Voi-Filiale der Migros Aare umfasst.

«Letztere ist eigentlich der Grund, warum das Gebäude jetzt so gross geworden ist», erklärte Wyss. Der Grossverteiler suchte nämlich einen zentralen Standort in Bettlach.

Der Jowissa-Neubau im Zeitraffer

Der Jowissa-Neubau im Zeitraffer

Jowissa plante ab 2009 einen kleineren Neubau und kam über die Gemeinde mit Migros in Kontakt. Als man handelseinig wurde, war der Zeitplan des Detailhändlers der Motor. Denn dieser hat sein Geschäft bereits am vergangenen 23. April eröffnet.

Eine Familienfirma

Die 1951 von Josef Wyss gegründete Jowissa ist - mit Ausnahme der Wecker-Manufaktur von Edgar Sutter - die letzte Uhrenfirma in Bettlach. Sie floriert laut Angaben von Simon Wyss gut, auch wenn die Familienfirma keine Produktions- und Umsatzzahlen bekannt gibt.

Auch zur neusten Investition werden keine Angaben gemacht. Sorgfältige Architektur (ssm Architekten AG Solothurn) und die verwendeten Materialien zeigen, dass nicht gespart wurde.

So sind auf der Geschäftsraum-Ebene alle Räume mit 3,8 Meter hohen Glaswänden aufgeteilt, Sonderanfertigungen, wie Wyss erläuterte. Maximale Transparenz, lautet die Devise.

In den repräsentativen Räumen wird noch ein Empfangsbereich mit Showroom eingerichtet. «Künftig wollen wir noch vermehrt Kunden direkt bei uns in der Fabrik empfangen», erklärt Wyss.

Eine Kooperation mit der Fachhochschule Nordwestschweiz werde zudem regelmässig chinesische Stundenten nach Bettlach bringen, kündigt er an.

Charakteristisches Design

14 Personen beschäftigt Jowissa zurzeit. In einem speziell belüfteten Raum werden die Uhren montiert. Es sind in erster Linie Schmuckuhren des günstigen Preissegments, die aber dennoch vom Design her Wiedererkennungswert bieten (charakteristische Lünette, Farbigkeit).

Die Uhren werden hauptsächlich in Verkaufsvitrinen und mittels Shop- in Shop-Konzept an Orten mit hoher Publikumsfrequenz wie Autobahnraststätten, Duty Free Shops oder Touristenattraktionen feilgeboten.

«Unser wichtigstes Kundensegment sind Touristen», erklärt Wyss denn auch. Er ist stolz, dass man ab Februar auch auf Swiss Flügen Jowissa-Uhren kaufen kann. Insgesamt ist Jowissa in 25 Ländern aktiv.

Raffinierte Arbeitsplatzlogistik

Speziell am neuen Gebäude ist auch die Produktionslogistik. Insgesamt werden drei Standorte in Bettlach und Selzach unter einem Dach zusammengefasst. Im zweiten Untergeschoss befindet sich das Teile- und Fabrikatelager.

Ein 14 Meter langer Schacht mit drei speziellen Warenliften verbindet die beiden Ebenen und überwindet zwei dazwischenliegende Stockwerke. Damit soll ein konstanter und reibungsloser Warenfluss zwischen dem Lager und den Termineuren gewährleistet werden.

Zurück in die Dörfer

Erich Danioth erläuterte das Konzept der Voi-Shops von Migros Aare, das inzwischen 23 Läden umfasst und auch von anderen Migros Genossenschaften übernommen wurde. Es ist ein Franchising System mit lokalen Detailhandelsunternehmern, das einerseits Migros-Produkte, aber auch Alkoholika und Zigaretten umfasst.

Leitmotiv ist laut Danioth die «Rückkehr in die Dörfer». Man will damit älteren, weniger mobilen Konsumenten entgegenkommen, aber auch solchen, die den Zeitbedarf und den Anfahrtsweg für den Einkauf möglichst klein halten wollen.

Den gesetzlichen Rahmen der Öffnungszeiten wolle man möglichst ausschöpfen. Ökonomisch befinde man sich mit der Bettlacher Voi-Filiale «einigermassen auf Kurs», sagt Danioth.

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