Grenchen

Die Sanierung des Bürgerhauses beschert der Gemeinde tiefrote Zahlen

Das 100-jährige Bürgerhaus von Grenchen erhält eine Verjüngungskur.

Das 100-jährige Bürgerhaus von Grenchen erhält eine Verjüngungskur.

Die millionenschwere Sanierung des 100 Jahre alten Bürgerhauses in Grenchen reisst ein Loch in die Bürgerkasse. Auch die Forstrechnung ist defizitär budgetiert. Grund zur Sorge besteht aber offenbar nicht.

Lang ists her, dass Bürgerpräsident Franz Schilt an einer Budgetversammlung für die Kasse der erfolgsgewohnten «Allgemeinen Bürgerverwaltung» ein Defizit bekannt geben musste. Jetzt stehen Einnahmen von 827'700 Franken Ausgaben von 1,018 Mio. Franken gegenüber. Ergebnis: minus 191'100 Franken.

Der Grund ist die Sanierung des Bürgerhauses, die über eine Million Franken kostet. Erstmals werden im Budget 2013 deswegen 150'000 Franken abgeschrieben; die ordentlichen Abschreibungen auf dem Finanz- und dem Verwaltungsvermögen betragen 342'000 Franken.

Der renovationsbedingte Ausfall von Mietzinsen von 50'000 Franken, die Sanierung einer Doline auf dem Oberberg für 20'000 Franken sowie der starke Rückgang der Einbürgerungstaxen auf 30'000 Franken sind weitere Faktoren.

Stark defizitär sind wie immer die drei Berghöfe. Für den baulichen Unterhalt des Stieren- und des Unterberges werden je 30'000 Franken aufgewendet, für den Oberberg 20'000 Franken. Erfreulich ist, dass der 1. Stock des renovierten Bürgerhaus bereits an eine einheimische Dienstleistungsfirma langjährig vermietet ist.

Geld dank Nahwärmeverbund

Die Forstrechnung weist einen Ausgabenüberschuss von 30'930 Franken aus. Förster Patrick Mosimann wies auf den starken Rückgang der Holzpreise bei den Buchen hin. Das heisst, dass das Buchenholz bald nur noch als Heizenergie-Lieferant taugt.

Es ist ein Glück für die Bürgergemeinde Grenchen, dass der Wärmeverbund Zentrum Ende November dieses Jahres Wirklichkeit und damit der Kreis der Bezüger grösser geworden ist. Das Budget 2013 rechnet mit 229'000 Franken Einnahmen aus dem Holzschnitzel-Verkauf; gegenüber dem Voranschlag 2012 ein Plus von 43'000 Franken, im Vergleich zu Rechnung 2011 gar ein Plus von 76'226 Franken. Natürlich nehmen auch die Kosten für die Schnitzelherstellung zu. Sie steigen im Vergleich zum Vorjahr um 14'500 Franken auf 77'000 Franken.

Der Verkauf von Nadelstammholz soll wie letztes Jahr 187'000 Franken einbringen, der von Nadelindustrieholz 36'000 Franken (plus 9'000 Franken).

Weniger Einbürgerungsgesuche

Wegen des Schengen Abkommens brauchen Angehörige von Balkanstaaten kein Visum mehr auf Westeuropa Reisen. Während in den letzten drei Jahren stets Bürgerechtsgesuche für je 40 bis 50 Personen eingereicht wurden, gingen heuer nur sieben Gesuche für elf Personen ein: Fünf zwischen 1990 und 1994 in Grenchen geborene junge Türkeistammende, eine Kroatin (1985), eine Kolumbianerin (1972) sowie eine serbische Familie mit zwei schulpflichtigen Kindern.

Schliesslich ist zur Kenntnis zu nehmen, dass der Bürgerrat die Liegenschaft an der Allmendstrasse 43 für 180'000 Franken an den Nachbarn verkaufte.

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