Wehrbrücke Port
Die Sanierung der Wehrbrücke Port ist extrem komplex und teuer

Die Arbeiten an der 1928 erbauten Wehrbrücke zwischen Port und Brügg schreiten voran. Bald werden Fussgänger und Velofahrer einen provisorischen Steg neben der Brücke benutzen können, ein definitiver Übergang soll folgen.

Oliver Menge
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Sanierung Wehrbrücke Port
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 Ein Baugerüst aus Stahl wird auf Pontons in die einzelnen Wehrabschnitte gezogen.
 Wo es bereits möglich ist, werden die Längsträger saniert.
 Blick in den "Tunnel" mit den Motoren und Gewinden zur Bedienung der Wehrtore.
 Blick in den "Tunnel" mit den Motoren und Gewinden zur Bedienung der Wehrtore.
 Ein enger Schacht führt hinunter zum Wehr.
 Untersicht der Brücke: der rechte Längs-Betonträger wid ganz abgebaut und ersetzt, die beiden anderen saniert.
 Um die Werkleitungen unter der Brücke zu verlegen, muss die Brücke in diesem Teil um einen Zentimeter angehoben werden.
 Das Stahllager für die Pontongerüste, die in die Wehrtore eingefahren werden.
 Das grüne Rohr ist das neue Abwasserrohr, in dem das Abwasser der Gemeinden Port und Bellmund in die Ara geführt wird.
 Hinten ist man daran, das Fundament für den neuen Fussgängersteg zu bauen, links das Stahllager mit rund 200 Tonnen Stahl.
 Zur Sicherheit wurden Absperrungen für die Fussgänger errichtet. Das Trottoir wird später abgebrochen.
 Hier wurden auf der Brüggseite die Fundamente für den Fussgängersteg einbetoniert, rechts wird das Fundament für einen Kran erstellt.
 Bernard Progin, Projektleiter Tiefbau des Kantons Bern.

Sanierung Wehrbrücke Port

Oliver Menge

Die Arbeiten für die Sanierung der denkmalgeschützten Wehrbrücke zwischen den Gemeinden Port und Brügg schreiten voran. An einem Pressetermin orientierten die Verantwortlichen über den Fortschritt der Sanierung und die nächsten Phasen der Arbeiten. Mit dabei Projektleiter Bernard Progin vom Tiefbauamt des Kantons Bern, Claudia Christiani, Kreisoberingenieurin Seeland / Berner Jura und Tabea Jokisch, Bauleiterin des Ingenierbüros B+S, welches die Arbeiten koordiniert und ausführt.

10,2 Millionen Franken soll die Sanierung der Wehrbrücke zwischen Brügg und Port kosten – mehr als das Doppelte der ersten Kostenschätzungen vor einem Jahr. Bis jetzt würden sowohl Zeitplan wie auch die Kosten eingehalten, versichert die Kreisoberingenieurin.

«Es war fünf Sekunden vor Zwölf»

Vor eineinhalb Jahren untersuchte der Kanton die Brücke und stellte fest, dass sie in einem desolaten Zustand war, im schlimmsten Fall einzustürzen drohte. «Es war nicht fünf Minuten vor Zwölf, sondern fünf Sekunden vor Zwölf», erinnert sich Progin an jene Zeit, die ihm etliche schlaflose Nächte einbrachte. Denn täglich überqueren rund 16'000 Fahrzeuge die Brücke. Der Kanton verfügte ein sofortiges Verbot für Lastwagen und begann mit den Notmassnahmen: Mit Stahlstützen wurden die Längsträger der Strasse abgestützt.

Mittlerweile ist die Brücke für 28-Tönner wieder befahrbar. Allerdings wird der Verkehr einspurig geführt und die Geschwindigkeit ist auf 30 km/h begrenzt. Ampeln regeln den Verkehr, in den Stosszeiten sorgen Verkehrshelfer für den Verkehrsfluss. «Das wird auch noch so bleiben bis Ende 2021», erklärte Progin den Pressevertretern. Der Grund dafür sind in erster Linie die Arbeiten, die auf der Porter Seite durchgeführt werden. Dort wird momentan das Widerlager, das Fundament des neuen Fussgängerstegs gebaut, der neben der Wehrbrücke über die Aare führen wird – ein provisorischer Steg soll in den nächsten Monaten erstellt werden.

Bis dahin müssen Fussgänger noch über das schmale Trottoir auf der Wehrbrücke den Fluss überqueren. Dieses wird abgebrochen. Später wird es auf der Brücke nebst den zwei Fahrbahnen für Autos nur noch einen Velostreifen in Richtung Port geben, die Velos in Richtung Brügg benutzen den neuen Fussgängersteg.

Die Sanierung der Brücke ist extrem komplex: Der ostseitige Längsträger aus Beton muss komplett abgebrochen und ersetzt werden, die anderen Betonträger werden saniert. Zu diesem Zweck wird man Stahlgerüste auf Pontons in die einzelnen Wehrabschnitte ziehen, was aber nur möglich ist, wenn keine Hochwassersituation herrscht. Bis Ende 2020 wird man auch die Werkleitungen – Strom, Wasser, Abwasser, Fernwärme, Fernsehkabel – verlegen. Die Abbrucharbeiten am Beton werden zum Teil mit Wasserhochdruckstrahlern durchgeführt, um den darunterliegenden Stahl nicht zu verletzen.

Der Denkmalschutz begleitet die Arbeiten an der 1928 erbauten Wehrbrücke eng. So werden beispielsweise die Betonfundamente für den neuen Fussgängersteg zwischen den Wehrtoren wieder mit Steinen verkleidet und auch die Farbe der sanierten Betonträger- und Pfeiler ist passend zum Gesamtbauwerk. Ende 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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