Die Repla Grenchen Büren hat anlässlich ihrer Generalversammlung im Parktheater Grenchen ihr 50-Jahre-Jubiläum gefeiert. In seiner Festansprache blickte der bernische Regierungsrat und Gemeindedirektor Christoph Neuhaus (SVP) auf einige Highlights der 50-jährigen Organisation zurück, welche im Hinblick auf den Autobahnbau als kantonsübergreifende Planungsorganisation gegründet wurde. «Der Regionalplanung ist es mit zu verdanken, dass die befürchtete Zerschneidung sowie der Verlust an fruchtbarem Land durch die teilweise Untertunnelung minimiert werden konnte», bilanzierte Neuhaus. In der Folge habe sich die Repla zahlreicher Aufgaben angenommen, welche erfolgreich bearbeitet worden seien. Leitmotiv bis heute sei dabei das Handeln über die institutionellen Kantons- und Gemeindegrenzen hinweg.

Beispiel für funktionale Räume

Der Kanton Solothurn mit seinen «wirrsten Kantonsgrenzen der Schweiz» sei sich dabei gewohnt, in kantonsübergreifenden Planungsregionen zu denken und gelte in dieser Beziehung als Vorbild. Die in den letzten Jahren propagierten «funktionalen Räume» würden in der Repla GB längst gelebt. Auch das Regionale Entwicklungskonzept im Raum Wangen, Wiedlisbach Oensingen sei ein Beispiel kantonsübergreifender Planung, das zeige, «wie räumliche Probleme nie an Grenzen aufhören und diese im Verbund mit den Nachbarn viel besser gelöst werden können. In diesem Bereich belebt Konkurrenz das Geschäft nicht.»

Um sich gegen die Metropolitanräume besser behaupten zu können, müsse auch die Hauptstadtregion (zu der die Repla-Gemeinden auch gehören) «noch besser finden».

Schliesslich nahm Neuhaus auch zur möglichen Zukunft der Repla GB Stellung, je nach Entwicklung der geplanten Regionalkonferenzen im Kanton Bern. Da der Raum Grenchen-Büren überkantonal bereits in das Regionale Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept RGSK Seeland Biel/Bienne planerisch einbezogen worden sei, sehe er keinen Grund, daran irgendetwas zu ändern. «Die Zusammenarbeit über die Grenzen wird weiterhin gepflegt. Dazu braucht es die Repla Grenchen-Büren.»

Region mit Potenzial

Auch Grenchens Stadtpräsident François Scheidegger würdigte die Verdienste der Repla und insbesondere die kantonsübergreifende Zusammenarbeit, die mithelfe, das grosse Potenzial der Region zu entwickeln. Es sei nötig, dass man gewisse Problem zusammen anpacke. So werde beispielsweise die Ansiedlung des Pharmabetriebs CSL Behring in Lengnau, so erfreulich sie für die Region sei, die gesamte regionale Verkehrsinfrastruktur stark belasten.

Die Repla hat anlässlich ihres Jubiläums eine Festschrift herausgegeben mit Beiträgen des solothurnischen Baudirektors Roland Fürst, des Solothurner Stadtpräsidenten Kurt Fluri sowie Fredy Sidler, Präsident der bernischen Regionalen Verkehrskonferenz 1. Am 18. Juni wird im Museum Grenchen zudem eine Ausstellung zur Geschichte der Repla eröffnet.

Energierichtplan fast am Ziel

Im Generalversammlungsteil haben die 14 anwesenden Delegierten alle Traktanden diskussionslos genehmigt, darunter auch Rechnung und Budget. Präsident Konrad Schleiss und Geschäftsführer Jean-Pierre Ruch orientierten über die Tätigkeiten im Geschäftsjahr der Repla, die aufgrund ihres kantonsübergreifenden Charakters keine hoheitlichen Massnahmen ergreifen kann, sondern Dienstleistungen für ihre neun Mitgliedergemeinden erbringt.

Das in den vergangenen Jahren wichtigste Projekt, der Übergemeindliche Energierichtplan, wird demnächst abgeschlossen (wir berichteten). Ferner erbringt die Repla Dienstleistungen im Bereich der landwirtschaftlichen Beiträge für Landschaftsqualität und ökologische Vernetzung, Bei der Littering-Bekämpfung entlang der Aare, der Platzrundenkontrolle am Flughafen sowie bei der Energieberatung. Je nach Entstehung der bernischen Regionalkonferenz(en) werde man sich neu ausrichten müssen und sei auch offen für neue nicht hoheitliche Dienstleistungen, betonte Schleiss. Die Versammlung wählte Hans Rudolf Stauffer, Gemeinderat und Leiter Ressort Gemeindebetriebe in Oberwil, neu in den Repla-Vorstand.