Stadtbummel
Die Qual der Wahl – es ist so viel los!

Oliver Menge
Oliver Menge
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Die Qual der Wahl: «Soll ich in die Hauptstadt fahren ans Märetfest? Oder bleibe ich in Grenchen und statte dem Heli Fly-In einen Besuch ab?», schreibt Oliver Menge.

Die Qual der Wahl: «Soll ich in die Hauptstadt fahren ans Märetfest? Oder bleibe ich in Grenchen und statte dem Heli Fly-In einen Besuch ab?», schreibt Oliver Menge.

Hanspeter Bärtschi

Wir sind schon wieder mittendrin, in der Zeit, wo die Entscheidungen schwerfallen, was man unternehmen soll, wie man seine Freizeit verbringen möchte. Die Wochenenden vor den Ferien sind wie jedes Jahr reich befrachtet und man hat die Qual der Wahl. Ganz besonders, weil die Temperaturen wieder etwas gefallen sind und der Stadtbummler jetzt bei angenehmen 20 bis maximal 25 Grad nicht in den Seilen hängt, wie in den vergangenen Tagen. Soll ich in die Hauptstadt fahren ans Märetfest? Oder bleibe ich in Grenchen und geh beim Heli Fly-In auf dem Flughafen ein wenig mit dem Flugsimulator fliegen? Wie wär’s mit einer kurzfristigen Anmeldung für den Grenchenberglauf am Sonntag? Schliesslich habe ich mich fitnesstechnisch etwas weitergebildet, aber ob das reicht für die Bergstrecke? Wohl kaum. Dann schon eher als Zuschauer. Oder bleibe ich schlicht zu Hause, schmeisse den Grill an, lade ein paar Freunde ein und feiere den Sieg der Schweizer Nati? – oder versuche, die Niederlage zu verdauen?

So oder so, das Angebot ist gross. Es gäbe ja auch noch die «ganz normalen» Attraktionen, wie die Badi, die Witi oder den Berg, die zu Abkühlung, lauschigen Wanderungen und Spaziergängen einladen. Und eben: Da wäre auch noch die WM, die ja nicht mit Überraschungen geizt. Fast jedes Spiel ist irgendwie spannend, weil die Favoriten fast ohne Ausnahme Schwierigkeiten haben, ihre Qualitäten auszuspielen. So wie Argentinien mit seinem Superstar Lionel Messi. Auch der hing irgendwie in den Seilen, hatte man den Eindruck. Und jetzt haben sie das Geschenk von Kroatien in Form eines diskussionslosen 3:0 erhalten. Gut möglich, dass heute Abend auch Deutschland gegen Schweden kein Mittel findet. Wir werden sehen – und vor dem Fernseher oder beim Baracoa sitzen. Doch mehr dazu im Sportteil.

Kaum ist das Wochenende überstanden, ruft die nächste Festmeile: Nächstes Wochenende an der Bieler Braderie begegnet man bestimmt vielen Grenchnern. Auch da kann man an jeder Ecke die Achtelfinals verfolgen, garantiert. Und am Wochenende darauf findet das Sandlochfest in Staad statt. Wetten, auch da steht mindestens ein Bildschirm und überträgt die Viertelfinale mit der Nati? Doch damit nicht genug: Zwei Wochen nach dem Finalwochenende, an dem «unsere Jungs» hoffentlich den Pokal holen, geht in der Stadt mit «Rock am Märetplatz» die Post ab – 12 Stunden geballte Ladung auf die Ohren. Endlich können auch Fussballmuffel draussen wieder Spass haben, ohne sich eine fussballfreie Zone suchen zu müssen.

Höhepunkt im Jahres-Festivitätenkalender ist zweifellos das Grenchner Fest. Stadtschreiberin Luzia Meister lud schon jetzt zum Tanzkurs ab 6. Juli in der Musigbar, um den Groove der 50er so richtig zu verinnerlichen. So mancher Gewerbetreibende zerbricht sich auch schon den Kopf, wie er seine Schaufenster auf Fünfzigerjahre trimmen kann. Ein wahrlich festfreudiges Völklein, diese Grenchner!