Klar ist schon jetzt: Die Postfach-Anlage bei der Schmelzi-Post wird per 1. Juni aufgehoben. Dies bestätigt Post-Sprecherin Yvonne Raudzus gegenüber dieser Zeitung. Kürzlich wurden die Inhaber der Postfächer bei der Poststelle Grenchen 2 entsprechend informiert.

«Den Kunden werden freie Postfächer in der Hauptpost zu Verfügung gestellt», erklärt Raudzus weiter. Man verfüge dort über genügend nicht ausgelastete Reserven und eine moderne Anlage, die den betrieblichen Anforderungen besser entspreche. Die Postfachanlage an der südlichen Aussenseite der Poststelle Grenchen 2 verfügt über rund 100 Postfächer.

Seit längerem befürchtet

Der Schritt der Post lässt weitere Befürchtungen aufkommen, war doch die mögliche Schliessung der Poststelle Schmelzi immer wieder ein Thema, insbesondere nachdem die Coop-Filiale nebenan geschlossen wurde und auch später wieder, als die neue Hauptpost eröffnet wurde. Damals wurden seitens der Post Schliessungsabsichten dementiert.

Doch seither sind wieder ein paar Jahre ins Land gezogen - und manche Poststelle von dort weg. «Wir haben Ende März ein erstes Gespräch mit der Stadt bezüglich Zukunft der Poststelle Grenchen 2 geführt. Grund ist die rückläufige Nutzung» so die Post-Sprecherin.

Ein Zusammenhang mit der Verlegung der Postfächer bestehe hingegen nicht. Stadtpräsident François Scheidegger bestätigt die Gespräche mit der Post, nimmt aber dazu noch keine Stellung.

Zeithorizont noch offen

Wie in solchen Fällen üblich prüft die Post drei Optionen: die Einführung eines Hausservice, eine Agenturlösung (Kombination der Poststelle mit einem ansässigen Geschäft) sowie die ersatzlose Aufhebung.

Welche Lösung für die «Schmelzipost» infrage komme, sei derzeit noch nicht klar, auch sei noch kein Zeithorizont definiert. «Die Gespräche stehen erst ganz am Anfang», so Raudzus.

Letztes Jahr hatte die Post die Umwandlung der Poststelle Arch in eine Agentur beschlossen, was zu grossen Protesten in der Bevölkerung führte. Diese blieben aber wirkungslos.