Modellbau
Die «Plastikchirurgen» zeigen ihre Werke auf dem Airport

An einer Ausstellung in den Schulungsräumen der Flugschule Grenchen sind über 100 realitätsnahe Bausatz-Modelle zu sehen.

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Echter oder Modell-Caterpillar?

Echter oder Modell-Caterpillar?

zvg

Sitzend, in einer leicht gebückten Haltung, den Kopf nah über der etwas chaotisch überstellten Tischplatte, die Schultern aus Konzentration leicht angezogen: So stellt man sich einen Modellbauer klassischerweise vor, wie er an seinem Tische aus hunderten von monoton grauen Plastikteilen ein Modell zusammenfügt und sorgfältig bemalt. Was der Reiz dabei ist? Das ist nach Aussage des «Plastikchirurgen» Benjamin aus Bern der meditative Effekt und der «Flow», welcher sich beim Basteln einstellt.

Den Alltag vergessen

«Wenn ich klebe, feile, schneide, pinsle und spraye, da bleibt die Zeit stehen, der Gedankenfluss ist konzentriert und die Hände angenehm beschäftigt». Aber natürlich zählt auch die Freude am fertigen Modell. Mit etwas Geschick, Übung und vor allem viel Geduld, entstehen aus einem Haufen Plastikteile eine Miniaturausgabe, die dem Original im Aussehen in fast nichts nachsteht.

Besonders wichtig scheint dabei die realistische Alterung der Modelle und deren Anpassung in ihre «natürliche» Umgebung. So wird der Rallye-Wagen auf ein Stück Wüstenboden gestellt und etwas verstaubt, der rassige Düsenjet weist bereits einige Gebrauchsspuren und Farbschäden auf.

Als Hobby wieder beliebt

Nachgebaut kann heutzutage fast alles werden, je nachdem was interessiert und fasziniert – das Angebot an Modellbausätze steigt stetig, da das Hobby wieder vermehrt ein grösseres Publikum anspricht.

Mehr Männer als Frauen

Die «Plastikchirurgen Bern» sind eine Vereinigung von Männern (weibliche Vertreter sind eher rar in diesem Freizeitschaffen) aus allen Generationen und aus den verschiedensten Lebenslagen – alle mit demselben Hobby, welches sie zum Teil schon seit Jahren betreiben. Die Resultate zeigen sie in einer Ausstellung am 11. und 12. November in den Schulungsräumen des Flughafenareals Grenchen. Über hundert Modelle sollen zu sehen sein, für Abwechslung ist somit gesorgt.

Die Ausstellung richtet sich an alle Miniaturbegeisterte und Technikaffine, an ehemalige, aktive oder eventuell auch zukünftige Modellbauer – die Plastikchirurgen sind natürlich auch vor Ort und freuen sich auf Feedback. (rrg)

Schulungsräume der Flugschule Grenchen. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, 11. und 12. November: 10 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.