Grenchner Fasnacht

Die Narren sind an der Macht und schon mächtig am Feiern

Der Schmutzige Donnerstag hat in Grenchen mit der Proklamation und dem Nachumzug seinen Lauf genommen.

«Mir Narre sötte eigetlich s’ganz Johr regiere – So chönnt me Gränche zu nöie Ufere füehre. Viu lockerer und wüuder ging›s zue und här – Es riesigs Fescht au im Gmeindrot wär. Guet, jetz müesse mir nid afo politisiere – Düei gschider die Fasnacht jetz proklamiere!!!» So Obernarr Diego Kummer bei seiner Rede nach dem Nachtumzug am Donnerstagabend.

Seit Hilari seien die Narren nicht nur an der Macht, sondern auch schon kräftig am feiern. «E wüudi Sach», eben. Kummer nannte die bereits absolvierten Stationen: Chesslete, Kinderumzug mit hunderten von Kindern, der Nachtumzug mit den Schuelschwänzern und den Chäslochbrätschern aus Deitigen sowie den Cocoloris und den Hilari Brothers als musikalischer Begleitung.

Jetzt gehe das Fest weiter, man können nun die «wilden Viecher» besuchen: Drachen im Baracoa, Mammuts in der Metzgerhalle, Hühner im Krebs, eine tierische Angelegenheit.

Gleichzeitig mit der Proklamation der Fasnacht wurden auch die Ergebnisse der Beizenjurierung bekannt gegeben. Die Jury mit Uraltobernarr und Jurychef Heinz Westreicher, Obernarr Diego Kummer, Sheena Ettlin von den Amedisli, Daniela von Büren von der Hilari Zunft, Monica Zanco von den Nocopyrights und Jana Cslovjecsek von der Lunazunft hatten sich auf den Weg durch die Beizen gemacht, um die am schönsten dekorierten zu küren. Die Jury stellte fest, dass «wieder ein riesiger Chrampf der Zünftler geleistet wurde, das Detail und Witz gepflegt wurden und das Motto ‹e wüudi Sach› bei vielen Zünften aufgenommen wurde.» Im ersten Rang wurde das Drachennest im Baracoa ausgezeichnet, dekoriert von der Faschingszunft und den Schuelschwänzern. Auf dem zweiten Rang landeten das Bambi mit «die wildi Sach», dekoriert vom Dekoteam der Hilari Zunft und die Metzgerhalle mit dem Blick in tierische Vergangenheiten, dekoriert von den Amedisli. Und schliesslich auf dem dritten Platz rangiert das Restaurant Krebs mit dem «Wiude Hüehnerhuufe» der Luna Zunft.

Auch Schaufenster seien der Jury aufgefallen: Die Gönnerlitho geht an die Bijouterie Mägli, aber auch die Stadtapotheke und die Metzgerei Guex haben sehr schön dekorierte Fenster, ein Beispiel fürs Gewerbe, so der Jurypräsident.

Schade, dass sich der Publikumsaufmarsch erneut in Grenzen hielt. Denn trotz der Windböen, die an den Zipfelmützen zerrten, herrschte eine tolle Stimmung auf dem Zytplatz.

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