Fast zwei Monate nach dem grausigen Fund von Bellach, bei dem ein Baby von einem Kompostwart in einem Haufen Schwemmholz entdeckt wurde (az Solothurner Zeitung berichtete), meldet sich nun die Mutter in der Boulevardzeitung «Blick» zu Wort. Die 20-jährige schildert die Einzelheiten.

Schwangerschaft nie bemerkt

So war die Eggiwilerin an Pfingsten an der Emme spazieren, als starke Schmerzen die Geburt ankündigten. Laut eigenen Aussagen hatte die sportliche, junge Frau nie etwas von einer Schwangerschaft bemerkt. Realisierend was geschah, stieg sie in den Fluss und brachte da das Kind «völlig überrascht» zur Welt.

Zufällig hatte sie ein Taschenmesser dabei, mit welchem sie die Nabelschnur des Babys nach der Geburt durchschneiden konnte. Es war «ganz blau» und lebte offensichtlich nicht mehr.

Baby weggeschwemmt

Nach der Geburt legte sie den Säugling auf einen Stein, um sich selber zu reinigen. Das Wasser der Emme schwemmte daraufhin das Baby weg und die junge Frau beschloss, niemandem etwas von der Geburt zu erzählen. Die Strömung des Flusses trug das Kind bis nach Flumenthal in den Rechen des Kraftwerks, welcher das Schwemmholz zurückhält. Von dort gelangte es zur Kompostieranlage in Bellach, wo schliesslich ein Kompostwart das Baby auffindet. Dank Hinweisen aus der Bevölkerung wird die Frau acht Tage nach dem Fund verhaftet, befragt und mittels einem DNA-Test die  Mutterschaft nachgewiesen.

Polizei kommentiert nicht

Die Medienstelle der Kantonspolizei Bern will gegenüber az keine Einzelheiten bestätigen. Es sei jedem selbst überlassen, ob er an die Medien gehen will. Auch zu den strafrechtlichen Folgen will die Polizei nichts sagen, da die Ermittlungen noch am Laufen sind. Die Staatsanwaltschaft entscheide nach Abschluss der Untersuchungen, welche Schritte folgen würden.

Dem «Blick» zufolge könnte die Frau wegen Störung des Totenfriedens und Gewässerverschmutzung zur Rechenschaft gezogen werden. (san)