Uhrenstadt (III)
Die Michel SA hatte die wohl repräsentativste Uhrenfabrik-Fassade

Auf unserer Tour d’Horizon vorbei an untergegangenen Uhrenfabriken in Grenchen und Bettlach kommen wir heute zu einem markanten Gebäude, das heute nach wie vor von der Uhrenindustrie genutzt wird: Die Michel SA.

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Die Fassade des einstigen Michel-Hauptsitzes.

Die Fassade des einstigen Michel-Hauptsitzes.

Kaspar Haupt

1893 gründeten Jean Schwarzentrub und Arthur Müller an der Schützengasse die Uhrenfabrik Schwarzentrub und Müller. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde die Anlage 1904 Sitz der 1898 in Lengnau gegründeten Firma Adolf Michel. 1918 wurde das Fabrikareal mit einem repräsentativen Erweiterungsbau ergänzt, der heute teilweise erhalten ist. In ihren Anfängen stellte die Fabrik Roskopf-, Zylinder- und Ankeruhren her. 1918 erfolgte die Umwandlung in eine reine Rohwerkunternehmung.

Nach der Schaffung der SMH-Gruppe wurde 1992 die Michel SA in die ETA integriert. Der heutige ETA-Chef Pierre André Bühler beispielsweise startete seine Laufbahn 1977 als Atelierchef der Michel SA. 1980, der Hauptsitz war inzwischen an der Maienstrasse, begann Michel im Zulieferbereich der Automobilindustrie tätig zu werden, was heute ihr Kernbereich ist.

Trennung von der Swatch Group

2008 trennte sich die Swatch Group von der Michel SA. Käufer war die Ferton Holding AG in Delsberg, von der Swatch ihrerseits den Bereich Uhrenbestandteile der Firma Burri SA übernahm. Die Michel SA hat heute Probleme, den Produktionsstandort Grenchen zu sichern. Erst dieses Frühjahr wurden 50 der 120 Arbeitsplätze nach Tschechien verlagert.

Heute beherbergt die Fabrikanlage an der Schützengasse zwei Firmen, die zur Swatch Group gehören. Eine Forschungs- und Entwicklungsfirma des Konzerns sowie Meco, welche Uhrenbestandteile, insbesondere Kronen, herstellt.

«Starke Nachfrage»

«Um der starken Nachfrage der Swatch-Group-Marken ... gerecht zu werden, steigerte das auf verschiedene Uhren-Habillageteile spezialisierte Unternehmen seine Produktionskapazitäten erneut und investierte weiter in Spitzentechnologien» heisst es zur Meco im aktuellen Swatch-Geschäftsbericht. Bei der Entwicklung verschiedener neuer Produkte habe Meco eng mit mehreren Gesellschaften zusammengearbeitet, (at.)