Staad
Die meisten von Sperisens Kunden wollen einen einheimischen Baum

«Oh Tannenbaum, wie grün sind Deine Blätter»... Bei der Familie Sperisen in Staad ist jetzt Hochsaison - noch bis heute Dienstag werden Christbäume verkauft.

Oliver Menge
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Daniel Heiniger, Mitarbeiter bei Sperisens, präsentiert Melina Scheurer ihren zukünftigen Weihnachtsbaum. Oliver Menge

Daniel Heiniger, Mitarbeiter bei Sperisens, präsentiert Melina Scheurer ihren zukünftigen Weihnachtsbaum. Oliver Menge

Oliver Menge

Gegen hundert Bäume stehen zur Auswahl bei Sperisen an der Staadstrasse in Staad bereit, die kleinsten rund 70 Zentimeter hoch, die grössten gegen drei Meter. Nordmanntannen, Blaufichten, Rot- und Weisstannen. «Die Nordmanntannen und Blaufichten laufen eigentlich am besten», erklärt Chefin Heidi Sperisen. Im Gegensatz zu den Rottannen behielten sie die Nadeln relativ lange «und sie stechen auch nicht.» Die Weisstannen seien hingegen eher für Liebhaber, die aus Tradition diese Sorte bevorzugten.

Ein Grosmami ist mit seiner kleinen Enkelin eingetroffen. Die kleine Lia darf das Bäumchen auslesen. Und obschon sie erst drei Jahre alt ist, weiss sie sehr schnell, was sie will. Auch sie entscheidet sich für einen kleinen Baum, nur wenig grösser als sie selber. «Geschmückt wird das Bäumchen gleich anschliessend», meint die Oma und lässt die kleine Tanne verpacken.

«Die Kinder dürfen oft mitbestimmen», sagt Heidi Sperisen, die in diesen Tagen kaum mehr Zeit hat, für ihre Mitarbeiter das Mittagessen zuzubereiten. Auch sie hat ihren eigenen Weihnachtsbaum schon ausgelesen, eine Blaufichte. «Der Baum ist mir ins Auge gestochen, er steht zwar schon am richtigen Ort, aber ich hatte noch keine Zeit, ihn zu schmücken. Wahrscheinlich komme ich erst am Heiligabend dazu.»

Je wärmer, desto mehr Wasser

«Das Geschäft läuft gut», so Sperisen. Die meisten ihrer Kunden legten Wert auf einheimische Bäume und seien froh über die individuelle Beratung. «Manche Kunden wissen ziemlich genau, was sie suchen und haben ihre Vorlieben, andere brauchen halt etwas länger, bis sie wissen, welcher Baum in ihr Wohnzimmer passt.» Aber eigentlich wüssten alle schon im Voraus, ob sie einen grossen oder einen kleinen Baum wollen, ist Heidi Sperisen überzeugt.

Und sie weiss auch, was es braucht, damit der Christbaum schön lange seine Nadeln behält: «Wasser! Es ist wichtig, dass der Baum immer ausreichend Wasser hat.» Von Glycerin als Zugabe hält Heidi Sperisen nicht viel. Frisches Wasser sei absolut ausreichend. Auch stetes Befeuchten könne helfen, sagt sie, aber es komme natürlich auch auf den Schmuck an, ob der das verträgt. «Je wärmer der Ort ist, wo der Baum zu stehen kommt, desto mehr Wasser braucht er. Besonders achten muss man darauf, wenn man eine Bodenheizung hat.»

«Ein rund zwei Meter hoher Baum ist rund 12 Jahre alt», erklärt Sperisen. Pro Jahr wächst eine «Etage», die untersten werden vor dem Verkauf weggeschnitten. Bis also eine Tanne verkauft werden kann, dauert es. Da Sperisens in den letzten Jahren ihre Anbaufläche kontinuierlich ausgebaut haben, verkaufen sie jetzt ausschliesslich Eigengewächse aus der Region, früher musste man zukaufen. Es reicht inzwischen sogar, einige Grossverteiler zu beliefern, die auf Einheimisches und Regionales setzen. «Andere machen uns da schon eher Mühe», sagt die Chefin, denn einzelne Grossverteiler kauften ihre Weihnachtsbäume im Ausland ein und verkauften sie dann zu Billigst-Preisen.

Kompetente Beratung

Melina Scheurer aus Safnern schlendert mit ihrem Partner durch die Baumreihen. Die Beiden lassen sich Zeit, sehen sich einige Bäume an und entscheiden sich dann für eine mittelgrosse, buschige Tanne. «Es ist einfach gemütlich hier», sagt sie. Den Tipp, den Christbaum bei Sperisens zu kaufen, hat sie von einem Arbeitskollegen erhalten. «Ich habe mich auch im Internet informiert und finde das eine gute Sache hier. Man muss Private unterstützen.» Ausserdem schätze sie die kompetente Beratung. Geschmückt werde der Baum noch heute, aber echte Kerzen werde es diesmal nicht geben: «Wir hatten einige Diskussionen. Schliesslich haben wir uns für eine LED-Beleuchtung entschieden. Die Gefahr eines Brandes ist einfach zu gross».

Jennifer und Markus Kurt aus Arch lassen sich Zeit mit aussuchen. «Bei uns in der Familie ist es Tradition, bei Sperisens einen Weihnachtsbaum zu kaufen», sagt die junge Frau. Für sie komme es nicht infrage, ihren Christbaum bei einem Grossverteiler zu kaufen. Auch beim Schmuck würden sie auf Traditionelles setzen. Eine Nordmanntanne macht schliesslich das Rennen. «Das wird unser wunderschöner Weihnachtsbaum».

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