Gestern hat die mia ihre Türen geschlossen. Die Bilanz der vergangenen Woche fällt allerdings nicht bei allen Ausstellern gleich aus. Während einige zufrieden sind, haben andere schlechtere Geschäfte als letztes Jahr gemacht. Grundsätzlich zufrieden sind die Aussteller aus Grenchen. «Der Publikumsaufmarsch war sehr gross», betont Carli Decurtins von der SWG (Städtische Werke Grenchen).

Die Malbogen für den Kindermalwettbewerb mussten sogar nachproduziert werden, da derart viele davon gebraucht wurden. Ebenfalls eine positive Bilanz zieht die Drogerie in der Migros. Zudem sei es immer sehr angenehm, mit Kunden einmal anders in Kontakt zu kommen als in der Drogerie, sagt Drogistin Andrea Lüthi. Zufrieden sind auch die Verkäufer von Zander und Gerlach Bauelemente. «Es ist gut gelaufen, trotz dem durchzogenen Besucheraufmarsch», so Torsten Reitmann. «Qualität sei eben wichtiger als Quantität.»

Mehr Beratungen

Bei Möbel Lanz habe man wohl weniger verkauft als im Jahr zuvor, dafür aber zahlreiche Leute beraten, so Inhaberin Ursula Lanz. Das sei schliesslich auch wichtig. «Es geht bei der mia auch um die Pflege des Kundenkontakts», sagt etwa Christoph Aeschlimann, Geschäftsführer von Aeschlimann Heizung Grenchen. «An Auffahrt sind die Leute hier wirklich Schlange gestanden», sagt er. Das sei zwar schön, aber nicht unbedingt ideal. «Man möchte sich ja schliesslich Zeit für ausführliche Beratungen nehmen.» Auch Fitnesstrainerin Manuela Isch vom Lifestyle Fitness rückt den Kundenkontakt in den Vordergrund. «Es ist nicht so, dass wir hier x Abonnemente abschliessen können.» Sie habe nämlich gemerkt, dass das Einzugsgebiet der mia sehr gross sei und die Leute von weit her kommen. «Leute, die nicht aus Grenchen kommen, können wir aber kaum für ein Fitnessabonnement akquirieren», erklärt sie und fügt an: «Trotzdem, für den Marktplatz Grenchen ist es wichtig, dass man hier vertreten ist.»

Eher mittelmässig

Etwas negativer sehen viele auswärtige Aussteller die Situation. «Im gleichen Rahmen wie immer», kommentiert Eugen Zanolla, Betreiber der Autoscooter, die diesjährige Messe. «Die mia gehört zwar nicht zu unseren stärksten Messen, aber wir sind zufrieden.» Gleicher Meinung sind die Angestellten vom Schloss Schlaraffenland von Stephan Bosshard. Man habe gebrannte Mandeln und Magenbrot in grossen Mengen verkauft, aber es hätte auch mehr sein können. Gerade die Aussenstände hätten durch das kalte und regnerische Wetter zu Beginn der Messe Einbussen gehabt, sind die Verkäufer überzeugt. Es gibt aber auch solche, die gar nicht zufrieden sind. Sowohl die Aussteller von Pieroth Romanet Weine als auch jene von Gesabo-Zeitschriften-Abonnemente ziehen eine schlechte Bilanz.

Andere haben konkrete Verbesserungsvorschläge. Laut Egon Käsmacher von der Firma Singer, die Dampfsauger und Nähmaschinen im Angebot hat, müssten die Öffnungszeiten verkürzt werden. «Am Abend schauen wir Aussteller uns nur noch gegenseitig an und die Leute sind alle in der Festwirtschaft», unterstreicht er. Bis 18 Uhr würde reichen, so Käsmacher. Was die Kaufkraft angehe, da sei Grenchen eben «mit anderen Massstäben zu messen als andere Standorte». Wahrscheinlich werde man auch die Umsätze vom letzten Jahr nicht erreichen. «Es bleibt aber zu hoffen, dass nächstes Jahr aufgrund der Neuerungen viele Leute angelockt werden», so der Verkäufer. Ein besonderes Lob gelte allerdings der Messeleitung. Dies wird eben-
falls von Nadine Waltzer vom Gwürzegge bestätigt. Sie ist mit den Geschäften an der mia sehr zufrieden. «Super ist, dass kein Eintritt verlangt wird», betont sie.