Zwar kann heute noch nicht abschliessend gesagt werden, wo genau Autofahrer künftig Gebühren zahlen müssen und wo das Parkieren lediglich zeitlich begrenzt wird - eines steht aber fest: Grenzenloses Parkieren, wie es in der Stadt nur noch in diesem Bereich erlaubt ist, wird nicht mehr möglich sein.

Was für die Stadt eine sinnvolle Massnahme einer übergeordneten Planung ist, dürfte für die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer nicht viel mehr als ein Ärgernis bedeuten. Wer bezahlt schon gerne für etwas, das er bisher kostenlos bekommen hat? Stadtbaumeister Claude Barbey bestätigte diese Woche, dass vorgesehen ist, mit den planerischen Grundlagen für die Bewirtschaftung der Parkplätze in zwölf bis fünfzehn Monaten zu beginnen. «Zuerst einmal sind die kommunalen Wahlen abzuwarten», meint er.

Vorher werde sich wohl kein Politiker für ein Abschaffen der letzten öffentlichen Gratisparkplätze engagieren. Jedoch wird sich mit den verschiedenen Freizeitnutzungen von Velodrome bis Tennis eine Regelung aufdrängen, Dauerparkierer blockieren ansonsten die Parkplätze der Sportler und Gäste. Geht nach den Wahlen alles reibungslos über die Bühne, könnten die Neuerungen noch 2013 in Kraft treten.

Vier Stunden gratis?

Konkret geht es um Parkplätze östlich des Schwimmbads und nördlich entlang der Neumattstrasse bis zur Brühlstrasse sowie entlang dieser bis zu den SBB-Bahngeleisen im Norden. Auch die Parkplätze vor der Tennishalle, die ebenfalls auf öffentlichen Grund angelegt wurden und diejenigen bei der Schifflände weiter südlich sollen überprüft werden. Einige Plätze werden gebührenpflichtig, andere mit Zeitbeschränkungen taxiert. Barbey könnte sich eine vierstündige Gratisfrist für Badibesucher vorstellen.

«Es ist an der Zeit, flächendeckend zu prüfen, welche Parkplätze in diesem Gebiet wie zu bewirtschaften sind.» Bevor der Gemeinderat den noch genau zu definierenden Massnahmen aber zustimmen kann, müsste unter anderem noch das Parkplatzreglement ergänzt werden.

Die Überlegungen sind indes nicht neu, sondern wurden schon verschiedentlich diskutiert, unter anderem 2008, als eine FDP-Interpellation von Verwaltung und Behörden Informationen zum Stand der Planung der verschiedenen Projekte in der Sportstättenzone verlangte. Schon damals wurde festgesellt, dass dem Thema Parkplätze eine immer bedeutendere Rolle zukommt.

Kostenpflichtige Velodrome-Plätze

Neuen Schub erhalten die Ideen nun durch den Bau des 15 Millionen Franken teuren Velodromes Suisse nordwestlich des Schwimmbads. Dort entstehen 120 neue Parkplätze, die von der Velodrome-Gesellschaft bewirtschaftet werden. Für Verwaltungsratspräsident Beat Zbinden steht es ausser Frage, dass diese Parkplätze nicht gratis sind.

Das Velodrome besitzt das Land im Baurecht und zahlt dafür Mietzins. «Gratisparkplätze wären aus unternehmerischer Sicht völlig unvernünftig, denn die Anbieter im Velodrome wie beispielsweise der Restaurateur sind auf genügend Parkplätze für ihre Kunden angewiesen, und ohne Gebühr würden die Parkplätze vermutlich von Badibesuchern und anderen zuparkiert.»

Eine Barriere soll die vorläufig noch kostenfreien öffentlichen Parkplätze von denen des Velodromes trennen. Wer aber Kunde des Velodromes ist - ob im Restaurant, beim Sportarzt, als Rennteilnehmer oder sonst in einer Form - würde die Pauschalparkgebühr von schätzungsweise vier bis fünf Franken als Gratis-Ausfahrtticket zurückerstattet bekommen.

«Zustupf» aus Parkplätzen käme gelegen

Im Zusammenhang mit dem Velodrome Suisse war übrigens auch zu hören, dass die künftigen Parkgebühreinnahmen für ansässige Sportvereine genützt werden könnten, damit sich diese für ihre Verhältnisse recht hohen Hallenmietpreise leisten könnten.

Die Vereine warten immer noch darauf, dass ihnen die von der Stadt in Aussicht gestellten Sonderkonditionen zugesichert werden. Da käme der «Zustupf» aus den Parkplätzen natürlich gelegen, selbst wenn er bedeuten würde, dass die parkierenden Steuerzahler damit die Hallenmieten mitfinanzierten.

Allerdings, gibt Stadtbaumeister Claude Barbey Entwarnung, wird das nicht möglich sein. Einnahmen aus öffentlichen Parkplätzen fliessen gemäss kantonaler Gesetzgebung in den städtischen Parkplatzfonds, welcher ausschliesslich Projekten aus dem Bereich Verkehr zugutekommt.