Theateratelier Grenchen
Die letzten Fragen im Angesicht des Todes

Tod Am 1. und 2. November wird das Theateratelier Grenchen mit dem erfolgreichen Stück «Der letzte Einsatz» in der Aula des Schulhauses IV nochmals auftreten.

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Timo will im Theaterstück den Tod herausfordern. (Symbolbild)

Timo will im Theaterstück den Tod herausfordern. (Symbolbild)

Keystone

«Der letzte Einsatz» versteht sich als lebendiger Totentanz, ein Stück voller Poesie, Überraschungen, Tiefgang und Zuversicht. Es geht der Regisseurin und Autorin Iris Minder vor allem darum, zu zeigen, dass der Tod für die Hinterbliebenen zwar immer schmerzhaft und traurig ist, aber doch auch Hoffnung und Beschütztsein bedeuten kann.

Ein Stück zum Thema Tod zu schreiben und zu inszenieren, braucht Mut. Mut deshalb, weil unsere Gesellschaft dieses Thema nach wie vor tabuisiert. Niemand will damit etwas zu tun haben. Das Ungewisse, der Verlust, die Trauer, das Unausweichliche und Mächtige – all dies will man nicht in einem Umfeld, wo Jugendlichkeit, Fitness, Gewinn, Masse und Genuss die Triebfedern für Anerkennung sind. Im Moment des Todes spielt all das keine Rolle mehr. Man ist in diesem einen Moment auf sich ganz alleine zurückgeworfen und alles Oberflächliche zerplatzt wie eine Seifenblase. Man kann nichts, gar nichts mitnehmen, ausser der eigenen Seele. Für Text und Regie des Stückes «Der letzte Einsatz» zeichnet Regisseurin und Autorin Iris Minder verantwortlich.

Timo begegnet dem Tod

Timo, ein 14-jähriger Junge (gespielt vom 15-jährigen Tom Muster) macht dem Tod die lange Nase. Den Tod herausfordern will er, und das bedeutet für ihn Leben. Gleichzeitig findet er den Tod grausam und unnötig. Da fällt ihm plötzlich das Tagebuch des Todes in die Hand und sein Tod (Sandra Sieber, Schauspielerin) steht vor ihm. Timo hadert mit ihm, stellt ihm all die Fragen, die Menschen sich im Angesicht des Todes stellen. Das Tagebuch zieht ihn in verschiedene Sterbeszenen hinein. Der Tod ist unerbittlich, unbestechlich, hart, und doch liegt in ihm auch etwas Erfüllendes, Erlösendes und Aufnehmendes. Dieser andere Teil des Todes, der schützende warme Mantel, wird durch die Tänzerin Francesca Wyss dargestellt. Sie holt die Seelen ab und begleitet sie. Regisseurin und Autorin Minder will mit «Der letzte Einsatz» Zuversicht und Vertrauen vermitteln, aber keine Antworten geben. So meint der Tod: «Vielleicht bin ich nur Durchgang, Geburt? Vielleicht bin ich das Versprechen auf das Leben danach.»

Musikalisch angereichert werden die Szenen durch den Musiker Ruwen Kronenberg, Geige. Spezialeffekte und Gedicht: Susi Reinhart. In weiteren Rollen spielen: André Jörg Weber, Esther Haudenschild, Lisa Haudenschild, Maria Dobler, Olivier Ziegler, Roland Favre und Rosmarie Schwab.

Diskussion mit Zuschauern

Im Anschluss an das Stück findet eine Diskussionsrunde mit den Zuschauern und Spielenden statt. Am Podium nehmen teil: Donald Hasler (Pfarrer), Peter Schenker (Arzt), Iris Minder (Regisseurin, Autorin), Sandra Sieber (Schauspielerin, Ritualbegleiterin), Gertrud Schneider (Sozialdiakonin, Religionslehrerin). (rrg)

Vorstellungen: 1. und 2. November, 17 Uhr, Aula Schulhaus IV, Grenchen. Nur Abendkasse.

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