Trainingslager
Die langen Hosen brauchts unbedingt

Mallorca zeigt sich von seiner launischen Seite. Nicht einfach, alles Nötige zu organisieren und sich mit den Leuten vor Ort zu einigen.

Merken
Drucken
Teilen
Vier der jungen Kicker des FC Wacker Grenchen, cool wie immer, auf dem «furztrockenen» Platz.

Vier der jungen Kicker des FC Wacker Grenchen, cool wie immer, auf dem «furztrockenen» Platz.

zvg

Der Mann mit dem klingenden Namen Guillermo Almagro, ein gut aussehender Mittfünfziger mit Bundfaltenhosen und Trenchcoat, stellte sich als uns als Betreuer Vorort vor. Mit «Esperanto», einem Gemisch aus Französisch, Englisch und Italienisch plus Handgemenge, konnte Andy Fimian ihm unsere Bedürfnisse für den Trainingsalltag vermitteln. Wir benötigen dringend Internet, «because Mamas and Papas in Switzerland want to be informed about our activities».

«Oh, it’s very difficult, because for security reason the WiFi is blocked for the guests.» Aha, es gibt also ein WiFi im Haus. Nun ist also unser Computer «Spezi» gefragt. Ein Fall für Dr. Bob! Nach diversen Anläufen ist es diesem dann gelungen, das WiFi zu lokalisieren und den nur schwach gesicherten Zugang zu knacken. Selbstverständlich wurde die Hotelleitung darüber informiert. Aber wie das in südlichen Ländern ab und zu der Fall ist, wollten diese davon nichts sehen, hören oder darüber sprechen.

Das erste Mal auf dem Platz

Endlich Fussball! Ja, ja, lang ists her seit dem letzten Fussballspiel. Auf jeden Fall stiegen alle top ausgerüstet mit grosser Euphorie in die erste Einheit auf dem Platz ein. Zur Angewöhnung an die krummen Bewegungsabläufe eines Fussballers stand die Laufschule auf dem Programm. Die Winterpause hat merklich Spuren hinterlassen. Aber wir sind ja auf Mallorca, um diesem Missstand Paroli zu bieten.

Das Hauptaugenmerk dieser ersten Lektion legten die Übungsleiter aber dann doch auf den Ball. Zuspiele mit Positionswechsel standen auf dem Fussballspeisezettel. Theorie und Praxis klafften in den ersten zwanzig Minuten aber gewaltig auseinander.

Anatomische Wunder

Unsere Jungs sind anatomische Wunder. Die können aus der verkorktesten Haltung heraus noch ein Zuspiel tätigen. Über die Qualität hüllen wir aber den Mantel des Schweigens. Mancher Nichtfussballer müsste nach solchen Bewegungsabläufen den Chiropraktiker aufsuchen. «Achtung Torhüter, ihr habt nur kurzen Mittag. Um 14.15 steht euch das erste Spezialtraining bevor.» Volle Montur war da angesagt.

Natürlich erschienen lediglich zwei der fünf Keeper mit langen Hosen. Den anderen stand ein Tapetenwechsel bevor, weil sich der Kunstrasen «furztrocken» präsentierte und ein Rutschen absolut unmöglich war. Dieser Fehler wird unseren Schlussmännern hoffentlich drei Mal passieren; das erste, das einzige und das letzte Mal.

Kühles Getränk mundet allen

Es wurde geworfen, gekickt, gehechtet (solange die Tapete hielt) und gesprintet, dass die Socken qualmten. Der Höhepunkt zum Schluss: Torschuss aus 18 Metern. Jeder musste eine Serie lang ins Tor. Jener, der am meisten Eier kassierte, musste am Abend die Torhüter-Getränkerunde übernehmen.

Der Ehrgeiz der Gladiatoren kannte keine Grenzen. Am Schluss fand ein Stechen zwischen Schmidi und Päscu statt, welches Päscu dann knapp zu seinen Gunsten entschied. Schmidi, vielen Dank, das kühle Getränk hat allen gemundet. Welcher zahlt beim nächsten «Big Shoot»? (mgt)

Die A-, B- und C-Junioren des FC Wacker Grenchen verbringen diese Woche ein Trainingslager auf Mallorca. Sie erzählen, wie es ihnen an der Sonne geht.