Hatte die Stadt Grenchen 1991 mit der Anstellung von Iris Minder als Kulturamtschefin damit gerechnet, dass ihr in den folgenden Jahren ein Feuerwerk an Theaterevents beschert würde? Wer die Ausbildungsstationen der studierten Ethnologin und späteren Theaterwissenschaftlerin und -therapeutin genau betrachtete, konnte schon erahnen, wieviel Leidenschaft für das Bühnenspiel in ihr steckte. Inzwischen wirkt sie «kulturschaffend» 20 Jahre in Grenchen und in der erweiterten Region.

Sie setzte 1995 wichtige Impulse als Initiatorin und Gründerin der in Grenchen angesiedelten Gesamtschule für Theater. Zuvor war bereits 1992 unter ihrer Leitung die «Schopfbühne» als Aufführungsort eines lebendigen Amateurtheaters entstanden. Danach folgten die inzwischen schweizweit bekannte Seniorenbühne und ihr «Theateratelier», die beide inzwischen 10 Jahre bestehen, und schliesslich das Kindertheater «Blitz». Unter ihrer Regie und Autorenschaft ist Minder eine Fülle von Theaterspielen zu unterschiedlichsten Themen gelungen. Die Stadt Grenchen zeichnete sie dafür 2006 mit ihrem Kulturpreis aus.

«Aus Dankbarkeit und Freude»

Freunde, die grosse Zahl von Mitwirkenden ihrer verschiedenen Produktionen und ihre zahlreichen Weggefährtinnen und -gefährten, lud Iris Minder auf den Freilichtspielplatz Eichholz ein, um mit allen gemeinsam die Vergangenheit und Zukunft zu feiern. «Ich bin dankbar, dass ich hier über eine so lange Zeit auf tolle Leute gestossen bin, die freiwillig mitmachen», freut sie sich an Begeisterung, an Loyalität, Treue und Freundschaft vieler Menschen, die auch ihr immer wieder Mut und Motivation verleihen.

Seit 10 Jahren übt sie ihren Beruf freischaffend aus und bewältigt ein bewundernswertes Pensum. Dies auch, weil man in der Theaterarbeit mit Laien, aber auch bei eigenen Engagements, finanziell nirgendwo auf Rosen gebettet ist. «Mein Wunsch ist, gesund zu bleiben und weiterhin meine Ideen umsetzen zu dürfen», unterstreicht die bald Sechzigjährige, die sich vor allem selbst unentwegt fordert. Bevor sie 2012 mit «Die Schöne und das Biest» ein Freilichttheater im Park von Schloss Landshut /Utzenstorf realisiert, plant sie zeitlich näherliegende Vorhaben wie eine szenische Führung aus Anlass von «80 Jahre Flugplatz Grenchen» im September und im Spätherbst Aufführungen von «Totentanz» in Grenchen und Solothurn.

Wirklich bleibende Dinge

Unter den Gästen der Jubiläumsparty wurden Erinnerungen an aufgeführte Stücke wie «Die Eule», «Giigenrain» oder «Chräjeruef» ausgetauscht und das bis zur Derniere letzten Samstag gezeigte, einfallsreiche Freilichtspiel gewürdigt.

Viele Anwesende erinnerten auch an ihre «bleibenden grossen Dinge», die sie während ihrer Amtszeit anstiess und die eben auch wesentlich Teil dieses Jubiläums sind, und die es ohne Iris Minder in Grenchen nicht geben würde: das Kultur-Historische Museum «durchgeboxt», das Kulturforum gestartet, das Drehorgelfestival angeregt, die Gränchner Chürbisnacht ins Leben gerufen, den Bau des historischen Stadtarchivs unterstützt, verschiedene beachtete Ausstellungen realisiert, wie beispielweise im Palais Besenval mit Roswitha Schild zu 600 Jahre Grenchen bei Solothurn, über die Familie Girard in Zusammenarbeit mit Salome Moser im Kunsthaus Grenchen, eine Ausstellung zum Projekt Totentanz – dies alles nur als kleine Auswahl ihrer vielfältigen Kulturaktivitäten. Stimmungsvoll umrahmt wurde das Fest musikalisch von der «Liver Mountain Steelband».