Eine Viertelstunde nach Türöffnung sind die 600 Plätze an den Tischen im Parktheater bereits voll besetzt. Erwartet werden rund 800 Fasnächtler. Noch eine Stunde später zieht es Kinder, Eltern und vereinzelt Grosseltern zum grossen Kinderball: Geschminkte lachende Gesichter zuhauf – und natürlich Konfettisäckli, die für einmal mit gehörigem Stolz in den Saal getragen werden.

Konfetti als politisches Statement: Dank grosszügiger finanzieller Schützenhilfe aus Solothurn gehören sie weiterhin zum Kinderball. «Dieser Überraschungsbesuch der Solothurner Fasnächtler gestern war der Hammer», strahlt Kindernarr Patrick Meier. «Ob man es schaffen wird, nach dem Kinderball alle Konfetti innerhalb von zwei Stunden raus zu fegen? Da bin ich nicht so sicher. Warum auch? Schliesslich ist Fasnacht.»

Gut bewacht

Weniger Freude hat er an vereinzelten Sitzstreik-Drohungen und Boykottaufrufen auf Facebook, die im Kielwasser des angeblichen «Konfetti-Gates» geäussert wurden. Der Kinderball soll eine gefreute Sache für Klein und Gross sein. Aggressionen seien da völlig fehl am Platz, betont Meier. Um allfällige Unruhestifter mit überdimensionierten Paperschnitzel-Vorräten gleich auf der Schwelle abzuwimmeln, halten die Organisatoren vor dem Parktheater Wache. Doch an dieser Front bleibt alles ruhig.

Am Kinderball 2017 im Parktheater Grenchen fliegen die Konfettis und tanzen die kleinen Narren

Am Kinderball 2017 im Parktheater Grenchen fliegen die Konfettis und tanzen die kleinen Narren

Das lässt sich von der Kinderdisco unter der Bühne nicht behaupten. Feen, Ritter, Wikinger, Mumien, Spidermen und Hexen mit prächtigen, wenn auch manchmal wackligen «Zinggen» hopsen zur Musik um die Wette. Beim Schminktisch wird die Schlange nie kürzer. Dasselbe gilt für die Zvieri-Theke, wo Weggli und Schoggistängel dutzendweise abgeholt und grosse Becher mit Tee ausgeschenkt werden. Ein kleiner Tiger und ein silberblauer Schmetterling haben sich derweil auf die Bühne hoch gewagt und tanzen dort selbstvergessen – nebeneinander, ineinander und für einige Sekunden sogar miteinander.

Ballon-Regen und Regenballone

Die Polonaise hinter dem Konfetti-Bären zu Beginn des Festes fängt noch zaghaft an, doch dann ist das Eis gebrochen. Jubelnd singen die Kinder das Fliegerlied. Der Auftritt der Schuelschwänzer erntet tobenden Applaus. Die flippigsten Kostüme werden unter Lachen und Klatschen prämiert. Die Sieger des letztjährigen Ballonwettbewerbs holen ihre Preise.
Immer häufiger gehen die Blicke zum grossen Netz an der Decke.

Die 1000 Ballone darin können zwar nicht fliegen, nur fallen, doch aufgrund ihres interessanten Innenlebens sind sie bei den Kindern heiss begehrt. Kein Wunder, ist der Ballon-Regen einer der Höhepunkte der hiesigen Kinderfasnacht. Die Gasballone, die zum Ende des Balls draussen losgelassen werden, haben es diesmal Regen bedingt schwer. Dennoch wird es nächstes Jahr am Kinderball wieder Sieger und Siegerinnen des Ballonwettbewerbs geben – und jede Menge Konfetti.