Diverse Salate, Zucchetti, Lauch, Rüebli, Spinat, Fenchel, Kabis, Gurken, Kefen, Erbsen, Spargeln, Radiesli, Zwiebeln und Frühlingszwiebeln, Rhabarber, Broccoli und Blumenkohl, Knollen- und Stangensellerie, Erdbeeren, neue Kartoffeln und einiges mehr: Das Angebot an saisonalem Gemüse aus der Region auf dem Markt ist gross. «Spargeln und Kefen sind gewöhnlich etwa gleichzeitig erntereif.

Durch das kalte Wetter kommen die Kefen nun etwas verzögert, Spargeln sind schon am Auslaufen», erklärt Susi Stauffer vom Gemüsebau Stauffer aus Staad. Für sie sei die Verspätung fast von Vorteil, sagt sie. Denn im Gegensatz zu anderen Jahren sind die verschiedenen Gemüsesorten gestaffelt erntereif. «Wir produzieren unser Gemüse fast ausschliesslich für den Markt, machen keine zusätzlichen Einkäufe, ausser Tomaten und Peperoni, die wir aus dem Seeland beziehen», so Stauffer. «Die neuen Kartoffeln aus unserer eigenen Produktion haben rund drei Wochen Verspätung, aber wir verkaufen auch noch Lagerkartoffeln vom letzten Herbst.»

Beim Gemüse habe man fast keine Ausfälle zu beklagen, sagt Stauffer. Anders sehe es beim Getreide und den Zuckerrüben aus. «Beides hat sicherlich durch die Nässe gelitten und wir müssen mit gewissen Ausfällen rechnen». Wobei: Es werde wohl einfach keine Toperträge geben, aber das sei auch schon in anderen Jahren der Fall gewesen. Das sehe wahrscheinlich bei grossen Produzenten im Seeland anders aus. Die Monokulturen seien stärker betroffen vom kalten und nassen Frühling.

Max Gloor, Senior des Gemüsebauern Gloor aus Staad, bestätigt mögliche Probleme beim Getreide: «Zuviel Nässe führt zu Pilzkrankheiten. Und das zu Ernte-Ausfällen.» Wie gross diese sein werden, könne man jetzt aber noch nicht sagen. Betriebe wie Gloor, die nach IP-Standart produzieren, dürfen keine Spritzmittel gegen die Krankheiten verwenden.

Kalt aber kein Frost

Auch bei Gloor gab es nur einen kleinen Einbruch beim Gemüse. «Das Meiste wächst bei uns in Gewächshäusern und da hatten wir so gut wie keine Probleme. Wir haben schon im Februar den Salat gesetzt, sind im Frühling ohne Heizung ausgekommen und können nun von einer guten Ernte profitieren.»

Aber man habe auch Glück gehabt, so Gloor: «Es war zwar kalt, aber nie gefroren. Denn wenn auch ein Setzling Frost bedeutend besser verträgt als zum Beispiel ein ausgewachsener Salat – dort gibt es sofort braune Stellen und er verliert an Wert – hätte das bei den Kartoffeln weitaus schlimmere Folgen gehabt.» Andererseits sei es immer kalt genug geblieben, sodass die Bodenlebewesen, die in der Nässe «ersoffen sind», nicht noch in der Wärme verfaulten.

«Das Wachstum der Pflanzen wird generell durch Nässe verzögert. Nach trockenen Perioden hingegen wachsen die Pflanzen bedeutend schneller.» Neue Anbau- und Schutztechniken, wie Vliese, die wasserdurchlässig sind und doch vor Kälte schützen, hätten alles wesentlich sicherer gemacht, sagt Gloor. Und dennoch hat die Natur «das letzte Wort».

So oder so, auch das Angebot des Produzenten aus Staad an saisonalen Gemüsen ist reich. Gloor erweitert sein Angebot mit Gemüsen und Salaten, die bei uns noch nicht Saison haben, wie Tomaten, Bohnen oder Rettich. Nüsslisalat – auch unter dem Namen Rapunzel bekannt –, der bei uns erst im Herbst erntereif ist, findet man im Angebot, «weil den kann man das ganze Jahr hindurch verkaufen, so beliebt wie er ist.»

Heute Freitag, 21.Juni 2013 findet der Wochenmarkt auf dem Marktplatz statt.