Grenchen
Die Jugendmusik ist längst erwachsen

Die drei Bands der Jugendmusik begeisterten im Grenchner Parktheater mit feiner Blasmusik. Am kantonalen Jugendmusikfest in Grenchen wird die Jugendmusik aber nicht dabei sein.

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Schon die Jüngsten spielen im Ensemble unter der Leitung von Ueli Steffen mit. Hier die Beginners und Juniors Band.

Schon die Jüngsten spielen im Ensemble unter der Leitung von Ueli Steffen mit. Hier die Beginners und Juniors Band.

Oliver Menge

Zum 25-Jahre-Jubiläum der Jugendmusik Grenchen wurden an der Jugendmusik-Matinee viele Highlights aus dem Repertoire gespielt. Ein grosser Dank wurde dem Dirigenten, Ueli Steffen, ausgesprochen.

Die Beginners Band und die Juniors Band bildeten ganz nach der Tradition den Auftakt bei der Jugendmusikmatinee vom Sonntag. Mit Stücken wie «Ein Chinese in Paris» brachten sie die Zuhörer in Schwung und dazu, die Klänge der Blasinstrumente und die spannenden Rhythmen zu geniessen.

Jugendmusik ist nicht beim Jugensmusikfest dabei

Für Stirnrunzeln der Organisatoren sorgte der Umstand, dass die Jugendmusik Grenchen nicht am kantonalen Jugendmusikfest in Grenchen vom 19.–21. Mai mitmacht, das von der Stadtmusik Grenchen organisiert wird.

Abgesehen von Konkurrenzdenken unter verschiedenen Organisationen mit gleichem Ziel (wie man sie ja bestens von den Grenchner Fussballvereinen kennt), kann die Musikschule durchaus nachvollziehbare Gründe dafür aufzählen: Müssen sich Jugendliche, die schon in der Schule ein kompetitives Umfeld mit Noten vorfinden, auch noch in der Musik dem Wettbewerb stellen?

Tatsache ist: das Jugendmusikfest ist ein Wettbewerb. Und die Jugendmusik Grenchen habe noch nie an einem Wettbewerb mitgemacht, meint Musikschulleiterin Christa Vogt auf Anfrage. Man könne die Wettbewerbsbedingungen gar nicht erfüllen aufgrund der Register und der Literatur.

«Allenfalls hätte man die Jugendmusik in einer anderen Form in das Fest mit einbeziehen können. Aber das Gespräch wurde vom Organisator nicht gesucht», schreibt Vogt in einer Stellungnahme.

Zur Kooperation mit der Stadtmusik sei man aber weiterhin bereit und werde auch am Zwingli-Openair im Juni zusammen mit der Stadtmusik auftreten. (at.)

Als zweite Formation kam die Jugendmusik auf die Bühne. Sie kann in diesem Jahr ihr fünfundzwanzigjähriges Bestehen feiern. In den Spitzenjahren (1990er) waren über fünfzig Musikschüler dabei, heute sind es noch 27. Die Jugendmusik führte anlässlich des Jubiläums einige neue Stücke und Highlights aus ihrem fünfundzwanzigjährigen Repertoire auf. Sie begeisterten mit Melodien aus diversen Filmen, Musicals und dem Rock-’n’-Roll-Genre.

Dreistufiges Konzept bewährt

Um 1950 existierte die sogenannte Knabenmusik, in den achtziger Jahren durften auch Mädchen in dieser Bläserformation mitspielen. Dennoch gab es damals für die jüngeren Musikschüler keine Möglichkeit, gemeinsam zu musizieren, sie mussten warten, bis sie das Eintrittsalter erreichten.

Ueli Steffen, Leiter der Jugendmusik, entwickelte Anfang Neunzigerjahre ein neues Konzept mit den heute bekannten drei Stufen, das sich sehr bewährt hat. So können auch die ganz Kleinen nach ihren Fähigkeiten gefordert werden und nach dem ersten Spieljahr auf ihrem Instrument in die Beginners Band eintreten.

Steffen, der Trompetenlehrer ist, kann mit seinen Schülern auf ein starkes Trompetenregister zurückgreifen. «Das ist sehr wichtig, denn das Register des Leiters bildet das Rückgrat des Ensembles», erklärt Musikschulleiterin Christa Vogt. Steffen sei ein grossartiger Leiter, ein Glücksfall für die Musikschule. Er fordere viel von den Schülern, aber nie Unmögliches und schaffe es immer, diese zu motivieren. Der Zusammenhalt sei sehr stark.

Nicht zuletzt drückte auch die Jugendmusik ihren Dank und ihre Freude aus, indem die beiden Moderatoren für Steffen vor versammeltem Publikum eine kurze Ansprache hielten und ihm ein ausgefallenes Geschenk übergaben. Sein Schaffen wurde mit kräftigem Applaus der Zuschauer und der Jugendmusik gewürdigt.