Es ist noch nicht lange her, dass bei der Jugendkommission zwar nicht Funkstille herrschte, aber sie etwas vor sich hertrieb. Nun ist sie gemäss Präsident Alexander Spiegel aus ihrem Schlaf erwacht. «Mein Vorgänger Luc Grossenbacher, der acht Jahre als Präsident gewaltet hat, hat seine Arbeit gut gemacht», versichert Spiegel. Die JuKo hätte sich in der Vergangenheit vor allem darauf konzentriert, auf Gesuche von Vereinen zu reagieren und ihnen Beiträge zuzusprechen. Sie könne aber durchaus aktiver fungieren.

Dies hat sich Spiegel, kurz nachdem er das Amt vor eineinhalb Jahren übernahm, zum Ziel gesetzt. Vor allem am Anfang sei dies nicht einfach gewesen. Langsam entwickle sich aber eine Struktur. Die Jugendkommission, bestehend aus fünf aktiven Mitgliedern und drei Ersatzmitgliedern, will die Jugend unterstützen, als vermittelnde Fachkraft wirken und Sponsoring betreiben. Spiegel vermutet, dass momentan nur wenige Vereine und Institutionen wüssten, dass sie sich mit kreativen Ideen an die JuKo wenden könnten. Dies wolle man ändern, indem man diese Information streue. Spiegel: «Wir verfolgen noch keine konkrete Strategie, wir sind dabei, diese auszuarbeiten.» Auch die veraltete Homepage werde entstaubt, ein Redesign ist bereits im Gange. 

In naher Zukunft ist geplant, Kontakt mit der Kultur- und der Integrationskommission aufzunehmen, um in Gesprächen herauszufiltern, welche Leitbild- und Konzeptfundamente sich bewährt haben und welche die JuKo allenfalls für sich übernehmen könnte.

Es ist ein Nebenamt

«Alle Mitglieder der JuKo sind voll berufstätig, es ist ein Nebenamt, aber nicht minder ernst zu nehmen», beschreibt Spiegel. Unter anderem fungiert die Juko als Kontrollorgan des Lindenhauses im Bereich offene Jugendarbeit und darf dieses Geschäft jährlich vor dem Gemeinderat vertreten. Mindestens einmal pro Jahr treffen sich die beiden Parteien zu einer gemeinsamen Aussprache und sechs- bis siebenmal jährlich kommen die Mitglieder der JuKo zu Sitzungen zusammen.

Von Amtes wegen ist dann je ein Vertreter der Schulverwaltung und des Standortmarketings Kultur und Sport (SMKS) dabei. «Wir haben treibende Kräfte in der Kommission: Zwei sind im Bereich Jugend und im sozialen Bereich tätig», so Spiegel. Die Zusammenarbeit sei sehr gut. Er selbst komme von aussen und habe somit einen neutralen Blickwinkel. «Es braucht beides. Es ist immer gut, Sachverhalte von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten.» Er habe den ihm angebotenen Präsidentenposten angenommen, da er gerne etwas für Grenchen bewirken möchte, aus dieser Tätigkeit konnte er bereits sehr viel mitnehmen.

Junge Erwachsene fördern

Wichtig ist der JuKo, dass die Kinder und Jugendlichen selbst bei Projekten aktiv mitwirken. «Das soll schliesslich auch bei Gesuchen von Vereinen entscheidend sein: Die Jugendlichen sollen ihren Teil dazu beitragen.» Beiträge von rund 20 000 Franken pro Jahr kann die Kommission sprechen. Die JuKo will zukünftig alles daransetzen, bei Entscheidungen im soziokulturellen Kinder- und Jugendbereich aktiv ihre Position als Fachkommission einzubringen, so etwa zu einem Massnahmenplan zum Thema «Kinderfreundliche Stadt Grenchen». Primarschüler aus allen Altersschichten haben bereits angemerkt, was man aus ihrer Sicht verbessern könnte.

Die Förderung von Kindern und Jugendlichen bis zum sechzehnten Lebensjahr ist in Grenchen gut abgedeckt. «Das Lindenhaus erbringt eine grossartige Leistung», findet Spiegel. «Für die jungen Erwachsenen gibt es aber praktisch nichts in Grenchen, da wollen wir vermehrt den Hebel ansetzen.» Eine Idee stehe bereits im Raum, doch mehr könne im Moment nicht verraten werden. «Weitere kreative Ideen sind aber jederzeit sehr willkommen», betont Alexander Spiegel.