Für Hobbyjogger kaum denkbar, aber am Grenchenberg eine starke Realität: Weniger als eine Stunde lang zu laufen für zwölf Kilometer und zusätzliche 800 Höhenmeter. Der Streckenrekord «am Berg» liegt bei den Männern unter 52 Minuten und bei den Frauen unter 58 Minuten. Der Grenchenberglauf zählt (in normalen Jahren, vgl. Kasten) zu den härteren Wettbewerben im Jura. Am Wochenende wird er zum zwanzigsten Mal ausgetragen.

Der Ursprung des Grenchenberglaufs liegt im Stadtzentrum von Grenchen. Dort fanden nämlich in den 1980er Jahren die vom Turnverein Grenchen organisierten beliebten Grenchner Stadtläufe statt. Um den verstorbenen bekannten Grenchner Laufsportler Manfred Hofer bildete sich damals eine lockere Gruppe von Frauen und Männern, die auf den Stadtlauf hin zusammen trainierten. Sie nannten sich Free Runners, weil sie an keine Vereinsstrukturen gebunden waren.

Nach Westen erweitert

Im Jahr 1999 wurde diese Gruppe vom Präsidenten der Jura-Top-Tour angefragt, ob man nicht auch in Grenchen einen Berglauf auf die Beine stellen könnte. Die Laufwettbewerbe der Jura-Top-Tour (siehe Kasten) fanden zu dieser Zeit nur im östlichen Solothurner Jura statt, hörten beim Weissenstein auf und sollten in Richtung Westen ausgedehnt werden.

Die Free Runners stiegen auf die Anfrage ein. So kam es, dass aus der losen Vereinigung aus Haftungsgründen dennoch ein Verein wurde. Gegründet wurde er am 25. März 2000, das Präsidium übernahm Mario Chirico, und bereits vor den Sommerferien fand der erste Grenchenberglauf statt. «Die Idee war damals, dass der Lauf aus Grenchen heraus bis zum fast höchsten Punkt des Stadtgebiets beim Obergrenchenberg auf über 1300 Meter über Meer führt», erinnern sich Peter Schär und Peter Schwiete, die beide sowohl im Verein wie auch im Organisationskomitee in den vergangenen beiden Jahrzehnten wichtige Funktionen übernommen haben. Der Lauf habe auf Anhieb bei den Sportlerinnen und Sportlern Anklang gefunden durch die abwechslungsreiche und fordernde Routenführung.

Die Präsidenten des Organisationskomitees Mario Chirico (vorne links, 2000 – 2006), Angelo Nicoletti (vorne rechts, 2007 – 2011) und Peter Schär (hinten rechts, 2012 – 2019) mit Peter Thomi, der ab nächstem Jahr übernimmt.

Die Präsidenten des Organisationskomitees Mario Chirico (vorne links, 2000 – 2006), Angelo Nicoletti (vorne rechts, 2007 – 2011) und Peter Schär (hinten rechts, 2012 – 2019) mit Peter Thomi, der ab nächstem Jahr übernimmt.

Streckenrekord von 2015

Zu den Höhepunkten zählten die in den Jahren 2006 und 2015 durchgeführten Berglauf-Schweizer-Meisterschaften. Da gab es jeweils weit über 600 Teilnehmer. Aus dem Lauf von 2015 resultierten die immer noch geltenden Streckenrekorde von 51.46 Minuten von Matthias Kyburz (Möhlin) und 57.29 Minuten von Martina Strähl (Horriwil). Eine Zäsur folgte im Jahr 2010, als der Landwirt des Berghofes Tiefmatt nicht mehr wollte, dass der Lauf über sein Weideland führt. Die Free Runners sahen sich gezwungen, für das letzte Drittel des Laufes eine neue Route zu suchen. Seitdem endet der Wettbewerb nicht mehr auf dem Obergrenchenberg, sondern auf dem Parkplatz beim Restaurant Untergrenchenberg auf 1295 m ü. M. Peter Schär und Peter Schwiete bestätigen, dass aus der Not eine Tugend wurde und der Grenchenberglauf nur gewonnen habe. Die Läuferinnen und Läufer seien heute weniger der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, und auch der Pendelverkehr mit dem BGU lasse sich ab Untergrenchenberg besser organisieren.

Bis jetzt wurde der Grenchenberglauf stets ab dem Haldenschulhaus gestartet. Sportlich gesehen ist dieser Startort gut, weil die Athletinnen und Athleten zuerst ein paar hundert Meter auf ebener Strasse laufen können, bevor in den Dählengraben und damit in die erste Steigung eingebogen wird. Aber seitens der Infrastruktur ist das Schulhaus Halden nicht optimal, da sind sich die Funktionäre Schär und Schwiete einig. Es fehlen geeignete Räumlichkeiten für die Garderobe. Weil es zudem keine Mehrzweckhalle gibt und die Turnhalle zum Umziehen zweckentfremdet ist, muss für die Rangverkündigung jeweils ein Zelt aufgestellt werden.

Neuer OK-Präsident

Der Grenchenberglauf soll in die Zukunft geführt werden. Aber es stehen einige Änderungen an. Mit Peter Thomi gibt es einen neuen Präsidenten des Organisationskomitees. Er löst Peter Schär ab, der diese Funktion seit 2012 innehat. Zudem sucht man einen neuen Startort, bei dem kein Zelt aufgestellt werden muss, weil dies mit viel Geld und Aufwand verbunden ist. Zurzeit sei man in Verhandlungen mit dem Bachtelen, wo gute Räumlichkeiten vorhanden sind. Entschieden sei aber noch nichts, halten Peter Schär und Peter Schwiete fest. Ebenso wird die Streckenführung einer Überprüfung unterzogen, um dem Lauf etwas von seiner Härte zu nehmen.

Speziell geehrt werden dieses Jahr jene sechs Teilnehmer, die bis jetzt alle Grenchenbergläufe absolviert haben.