Unglaublich, aber wahr. Die Hilari-Musik, diese Combo, die nicht nur an der Fasnacht mit ihrem abwechslungsreichen Repertoire und ihrer musikalischen Qualität jeweils die Besucher begeistert hat und immer noch begeistert, kann dieses Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum begehen. Dies soll gefeiert werden. Und zwar auf höchst sympathische Art.

Die Band lädt nämlich alle Musikfreunde zu einem öffentlichen Matineekonzert mit Apéro ins Parktheater ein. Am Sonntag, den 18. Oktober, um 10.30 Uhr wird Rückblick gehalten auf fünf Jahrzehnte Leben mit der Musik. Als Moderator konnte Vizestadtpräsident Urs Wirth gewonnen werden, der als ehemaliger Ober der Hilari-Zunft und immer noch aktiver Schnitzelbänkler «seine» Musikanten natürlich bestens kennt. Was genau gespielt werden wird, soll noch nicht verraten werden.

Eines aber ist klar: Die Besucher erwartet ein bunter Strauss an diversen Stilrichtungen. Die 10 Herren kennen sich nämlich in Evergreens und alten Schlagern ebenso aus wie in Swing und Jazz, in Ländlern wie in Latin, im Walzer wie im Tango; Unterhaltungs-Musik der gehobenen Art eben.

Geburtsstunde am Stammtisch

Wie so viele erfolgreiche Unternehmungen wurde auch die Hilari-Musik am Stammtisch geboren. Nach der Generalversammlung der Hilari-Zunft am 13. Januar 1965 und beim einen oder anderen Bier, kamen Richard Kaufmann, Alex Moser und Thomas Stephani zum Schluss, die Zunft brauche eine eigene Musik. Gesagt, getan. Bereits im Oktober desselben Jahres wurde die «Hilari-Guggenmusik» aus der Taufe gehoben, die Gründungsurkunde von 13 Mitgliedern unterschrieben. Im Dezember erstand man dann 5 Instrumente vom Instrumentenbauer Hirsbrunner in Sumiswald.

Ab 1967 wirkte die Hilari-Musik regelmässig an den Umzügen mit und ab 1970 an diversen Plauschanlässen im Löwen, in den Kinos Scala und Palace, im Eusebiushof und im Parktheater, wobei insbesondere der erste und der letzte Auftritt dem einen oder anderen Fasnächtler noch in bester Erinnerung sein dürfte. 1970 wurde im «Löwen» nämlich anlässlich des ersten Plausches die Operette «Polizist und Bürger» (Franz von Suppé) von der Hilari-Musik intoniert. Das Libretto rund um die Polizei-Verordnung hatte der unvergessene Eduard Allemann geschrieben. Und am Plausch 2005 gab die Gruppe ihren offiziellen Abschied von der Fasnacht und wurde von den Besucherinnen und Besuchern mit einer Standing Ovation gefeiert.

Ausserfasnächtliche Auftritte

Dazwischen lagen zahlreiche Auftritte an den Fans-Konzerten der Zunft, aber eben auch etliche zunftunabhängige Engagements unter anderem als Vorprogramm von Hazy Osterwald 1974 am Kantonalen Musikfest oder 1981 bei der Einweihung der Migros Grenchen, weiter im Vorprogramm von Pepe Lienhard und Benny Rehmann. Die Band hat auch zwei Tonträger aufgenommen: 1980 eine Kassette und 1994 eine CD. An dieser Stelle ist die grosse Arbeit des langjährigen musikalischen Leiters, Arrangeurs und ersten Trompeters Kurt Pieren zu erwähnen.

Stolz ist die Hilari-Musik schliesslich auf das Mitwirken an der Übergabe des «Chappeli-Tüfels» an ihren Mitmusiker Res Fankhauser im Jahre 2009.

Die Band bringt es auch heute noch auf 6 bis 7 Auftritte pro Jahr. Geprobt wird kaum mehr, es sei denn, es gilt neue Musiker zu integrieren oder es steht ein Anlass wie eben das Jubiläum an. Von den Gründungsmitgliedern sind immerhin drei noch dabei, nämlich Alex Moser, Richard Kaufmann und Peter Flury. Der Lauf der Zeit bringt es mit sich, dass die Hilari-Musik auch verstorbene Mitmusiker zu betrauern hatte: die langjährigen musikalischen Leiter und treibenden Kräfte Thomas Stephani und Ernst Moser, dazu Walter Witschi, Edgar Mojon, Walter Ehrsam, Armin Kocher, Hans Sepp Stephani, Rolf Werthmüller und Robert Fluri.

Sonntag, 18. Oktober. 10.30 Uhr, Parktheater. Öffentliches Matineekonzert mit Apéro und freiem Eintritt.