Büren
Die Herbstmesse behauptet sich auch in schwierigen Zeiten

Am Donnerstag öffnet die Herbstmesse Büren im Gesundheitspark ihre Tore. 65 Aussteller präsentieren auf über 3000 Quadratmetern ihre Produkte und Dienstleistungen.

Oliver Menge
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Von links: Pius Leimer, Bruno Graber, Daniel Reusser und Roland Maffeo. Vier der neuen Mitglieder des Organisationskomitees Herbstmesse Büren.

Von links: Pius Leimer, Bruno Graber, Daniel Reusser und Roland Maffeo. Vier der neuen Mitglieder des Organisationskomitees Herbstmesse Büren.

Oliver Menge

«Im Gegensatz zu anderen Messen, die zum Teil abgesagt werden mussten oder über wenig Aussteller klagen, können wir sogar einen Zuwachs verzeichnen», sagt Pius Leimer, Sekretär und Verantwortlicher für die Administration beim Organisationskomitee der Herbstmesse Büren. Bei der letzten Ausgabe der Herbstmesse präsentierten 58 Aussteller ihre Produkte oder Dienstleistungen, heuer sind es sogar deren 65. Auch die Ausstellungsfläche von rund 3000 Quadratmetern wurde leicht vergrössert, indem man zwei Squashhallen mit einbezog.

Die Herbstmesse Büren wird organisiert vom Handwerker- und Gewerbeverein Büren und findet alle zwei Jahre statt. Ab kommendem Dienstag wird die Tennishalle in eine Messehalle umfunktioniert: Plastikböden werde verlegt, Stände aufgebaut und eingerichtet, und am Donnerstag um 17 Uhr öffnet die Messe offiziell ihre Tore, sie dauert bis Sonntag, 17 Uhr.

Vielfältiger Branchenmix

Besucherinnen und Besucher können von Donnerstag bis Sonntag mit einem grossen Brachenmix rechnen: Von A wie Automobil oder Apotheke bis Z wie Zeitung ist fast alles vertreten. Rund ein Drittel der Aussteller sind neu dabei, das entspreche in etwa dem Schnitt der letzten Durchführungen, sagt Leimer. Etwa zwei Drittel der Aussteller seien dieselben wie letztes Mal. Voraussetzung zur Teilnahme sei die Mitgliedschaft in einem Gewerbe- oder KMU-Verein. Aber wie bei den beiden letzten Messen ist die Mitgliedschaft beim Handwerker- und Gewerbeverein Büren nicht zwingend, sodass auch Pieterler, Lengnauer und weitere regionale Betriebe und Institutionen teilnehmen können.

«Das Interesse der Aussteller ist gross, für die meisten Betriebe aus Büren ist es einfach selbstverständlich, bei der Herbstmesse mitzumachen.» Auch wenn vielleicht an der Messe selber kein Auto verkauft werde, würden die Aussteller den Kontakt mit ihrer Kundschaft in einem Rahmen, wo sie etwas mehr Zeit für sie hätten, sehr schätzen. Ein Blick auf die Liste der Aussteller zeigt aber auch, dass durchaus die Möglichkeit besteht, an der Herbstmesse das eine oder andere Schnäppchen zu erhaschen oder gute Geschäft abzuschliessen. Gastaussteller in diesem Jahr mit einem speziellen Auftritt ist übrigens Büren-Tourismus. Claude und Bea Bigler von der Rossmetzg Bigler sind wieder für die Festwirtschaft zuständig und garantieren währschafte und schmackhafte Küche.

Nicht gewinnorientiert

«Dadurch, dass wir breit abgestützt sind, haben wir auch kein Klumpenrisiko. Und weil der Verein hinter der Messe steht, das neunköpfige Organisationskomitee sich ausschliesslich aus Vorstandsmitgliedern des Vereins zusammensetzt, besteht auch nicht der Druck, einen grossen Gewinn zu erzielen», erklärt Leimer. Das erwirtschaftete Geld wird den Vereinsmitgliedern nämlich in Form von Ausflügen und Veranstaltungen zurückerstattet. Das Budget von rund 100 000 Franken sei gedeckt durch die Tombola und die Standpreise, die übrigens seit 1996 gleich geblieben sind. Auch eine Eintrittsgebühr ist in Büren kein Thema: «Die Bürener Herbstmesse wird niemals Eintritt verlangen. Wir möchten, dass die Besucherinnen und Besucher auch mehrmals hierherkommen und sich wohlfühlen können», so Leimer. Dies habe man schon vor langer Zeit so definiert, und die hohen Frequenzen bei den Besucherzahlen sprächen für sich. «Wir wollen keine Purzelbäume schlagen und auch das Rad nicht neu erfinden. Denn das Bewährte bewährt sich halt doch.»

Viel Platz und breite Gänge

Ein weiterer Grund, weshalb die Bürener Herbstmesse noch nie über Publikumsschwund klagen musste, sei relativ einfach zu erklären: «Unsere Messe zeichnet sich seit jeher durch viel Platz und breite Gänge aus. Wir führen bewusst das Publikum nicht im Einbahnverkehr durch die Messe, wie das andernorts üblich ist. So wird es auch niemals eng, selbst wenn wir viele Besucher haben, und die Leute fühlen sich wohl.» Auch für die Stände gibt es viel Platz. Das sei mit ein Grund dafür, dass sich auch die Aussteller bei der Gestaltung ihrer Flächen grosse Mühe gäben und wirklich schöne Stände präsentierten. «Wir haben keine 0815-Stände in Büren.»

Ein eigentliches Rahmenprogramm gibt es nicht. Und doch findet jeden Tag eine Modeschau statt, und im benachbarten Ausbildungszentrum für Sicherheit AfS können die Besucher mehrmals täglich Feuer erleben und ihr Verhalten in einem Brandfall trainieren. Professionelle Ausbilder stehen dem Publikum zur Verfügung.

Für die Dauer der Herbstmesse findet ein Wettbewerb mit attraktiven Preisen statt. Als erster Preis wartet ein Tourenbike von Canyon im Wert von 1999 Franken auf einen glücklichen Gewinner, weiter gibt es Feriengutscheine und Geschenkgutscheine zu gewinnen.

Am Donnerstag um 17 Uhr wird die Messe offiziell eröffnet. Politische und wirtschaftliche Grössen aus den Kantonen Bern und Solothurn werden das «Band» durchschneiden und Grussbotschaften ausrichten. Unter ihnen Albert Rösti, Nationalrat und Gemeindepräsident von Uetendorf, Gemeindepräsidentin Claudia Witschi, Peter Brotschi, Kantonsratspräsident des Kantons Solothurn, Marianne Meister, Präsidentin des kgv (Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbands) und Christoph Erb, Direktor der Berner KMU und OK-Präsident von Swissskills Bern.