Im östlichen Zipfel des Flughafens, direkt anschliessend an die beiden Hangars von Mathys Aviation und Breitling, soll ein neuer Hangar gebaut werden. Die Profilierung erfolgte letzten Herbst, Bauherrin ist die Firma Hayek Engineering AG, ein unabhängiges, internationales Dienstleistungsunternehmen mit Beratungs-Schwerpunkten in den Bereichen Strategie, Innovation und Management. Nayla Hayek führt das Unternehmen in der Nachfolge ihres Vaters, des Gründers Nicolas G. Hayek.

Gesuchsteller ist der Regionalflughafen RFP, der den Antrag über das Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl eingereicht hat. Das Bazl hat den Hangar genehmigt, nachdem Bedenken von Skyguide über mögliche störende Effekte in der Luftraumüberwachung ausgeräumt worden waren. Allerdings wird man nach Fertigstellung nochmals einen Messflug durchführen, um die Berechnungen zu bestätigen.

Der Hangar wird 37 Meter lang, 25 Meter breit und 9,9 Meter hoch, der Vorplatz ist inklusive. Die entsprechenden Unterlagen und Pläne sind während 30 Tagen beim Amt für Raumplanung in Solothurn und bei der Baudirektion aufgelegt, ein entsprechendes Inserat wurde im Stadtanzeiger geschaltet. Berechtigte Einsprachen sind direkt beim Bazl einzureichen.

Neue Garage für den Heli?

Man darf vermuten, dass der Hangar unter anderem als Abstellplatz dient für den Helikopter von Nick Hayek, der selber regelmässig entweder direkt nach Biel zum Hauptsitz fliegt, wo er sein Luftfahrzeug im Vorgarten des Swatch-Hauptsitzes «parkiert», oder er reist nach Grenchen und von da aus weiter mit dem Auto. In diesem Fall bleibt sein Heli bis jetzt den ganzen Tag an der prallen Sonne oder ist ungeschützt Wind und Wetter ausgesetzt.

Das alles sind allerdings nur Vermutungen, denn auf die entsprechenden Anfragen heisst es bloss: «Es ist bekannt, dass Herr Hayek regelmässig mit seinem Helikopter via Flughafen Grenchen zur Arbeit kommt. Daher leuchtet es auch ein, sich an den Verbesserungen der Infrastrukturen zu beteiligen.» Mehr dazu gebe es nicht zu sagen, weil dieses Thema nicht die Swatch Group betreffe. Das private Leben solle eben privat bleiben.

«Kein Kommentar»

«Herr Nick Hayek äussert sich gerne zu aktuellen Themen der Swatch Group und ihrer Marken. Privates wird nicht öffentlich gemacht, wie Sie sich vorstellen können», so die Pressestelle. Kein unbekanntes Phänomen, halten sich doch die Firmeninhaber oder Unternehmer, die auf dem Flughafen Grenchen eigene Flugzeuge stationiert haben, eher bedeckt.

Das Interesse in der Bevölkerung wäre allerdings gross: bei den einen aus Faszination, bei den anderen aus Neid. Business-Jets oder andere exklusive Luftfahrzeuge lassen niemanden kalt.

Die Frage, ob Hayek einen Teil des Hangars untervermietet, da der Heli nicht die ganze Fläche beansprucht, bleibt also unbeantwortet. Ebenso die Frage, ob die Familie Hayek plant, selber weitere Luftfahrzeuge dort unterzubringen, oder eventuell beabsichtigt, einen neuen Business-Jet zu kaufen. Wie jedoch aus gut informierten Kreisen des Flughafens zu vernehmen ist, sei die Anschaffung eines Jets momentan kein Thema.

Hayek Engineering zahlt

So oder so beweist die Firma mit dem Bau des neuen Hangars ihre Verbundenheit mit Grenchen, denn die Realisierung wird in einem zinsbevorschussten Verfahren durchgeführt: Statt dass der Flughafen das Projekt realisiert und dann Miet- oder Pachtzinsen einnimmt, investiert Hayek und kann den Hangar für eine gewisse Zeit nutzen.

Die Möglichkeit eines Weiterverkaufs besteht aber nicht und der Hangar fällt nach der vereinbarten Laufzeit an den Flughafen – ein Verfahren, das in diesem Umfeld öfters angewendet wird.

Auch sonst habe die Swatch Group viel in Grenchen investiert, betont die Pressestelle der Swatch Group auf Anfrage: «Tissot hat sich vor einigen Wochen am Velodrome beteiligt, eine neue Zifferblattfabrik steht nahe beim Bahnhof Grenchen, ETA investiert in Grenchen und der Region regelmässig in Renovationen, Personal und neue Maschinen. In Grenchen und in Biel sind zurzeit drei neue Gebäude im Bau. Gesamthaft kann man von mehreren hundert Millionen Franken reden.»